Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-340993
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-342586
Beginn des 
und 
Ludwig 
zwischen 
Streits 
dem 
Papst. 
115 
Herausforderung Johann7s XXIl. macht wahrhaft erstaunen. 
Selbst nicht in den Zeiten der höchsten kirehlichen Machtfiille 
hat je einer seiner Vorgänger mit so großer Uebereilung 
gehandelt. Offenbar bedurfte der Papst des Streits n1it 
dem Reich, um sich selbst Bedeutung zu geben, und die Kirche 
aus den kleinen und engen Verhältnissen zu befreien, in 
welche sie zu Avignou gebannt lag. Johann XX1I. äffte 
Jnnocenzs 1V. nach, und forderte den genielosen Ludwig auf, 
ihm als Friedrich II. entgegen zu treten. Am 23. März 1324 
erklärte er den König in c011tumaciam gefallen; am 13. 
Juli that er ihn in den Bann, entseHte ihn aller seiner 
Würden und löste seine Untertanen vom Eid der Treue. 
Der große Sieg von Vaorio, welchen Marco und Galeazzo 
Visconti im Februar über das Päpstliche Heer erfochten hatten, 
hatte den Papst zu solchem Zorn entflammt. Ludwig war 
jetzt aufs Aeußerste gebracht; er hielt Parlamente zu Franks 
furt und Regensburg, protestirte durch ein Manifest, und 
berief sich von diesem Papste, dem Ufurpator des Reichs, 
einem offenkundigen Ketzer, einem Frevler am Völkerrecht 
auf ein allgemeines Concil. I Die Reichsfiirsten machten die 
Sache ihres Königs zu der ihrigen; die Verkündigung der 
Vannbulle ward unter Strafe der Acht Verboten, und 
diese traf wirklich den 
Baier mußte demnach 
Erzbischof von Salzburg. Ludwig der 
in so vorgeschrittener Zeit als der 
Vertcidignngsfä;rift des Baierischcu Kanzlers CMiindhen 1618J zermalmt 
Die Lügen dcs Bzcvius. 
l Lud0vjci 1V. Imp. appel1.exti0 ad fut111s. Conci1. Generale adv. 
sI0a1mem P. XXI1I. Baluz. Vitae I1. n. 75.  Edict des Königs von 
Regensburg, August I324, lateinische Un1arbeitu11g jener Appellation, bei 
RoUssct Supplem. an c0rps Dipl0matique II. 100. Die heftfgc SpMkhE 
kündigt die Reformatiou an.
        

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