Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-333919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-340848
Der Turm 
Milizeu. 
der 
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Pincio aus, oder aus dem Kloster von Aracöli, wo er sich 
überaus prachtvoll darstellt, als die schönste Ruine des Mittel: 
alters die Stadt königlich überragt, und als ausdrucksvoll: 
sstes Wahrzeichen an die guelfische und ghibellinische Epoche 
Rom7s gemahnt. Das Volk, oder die Fantasie der Pilger, 
erblickte insihm den Palast Qctavians, und fabelte, daß der 
schreckliche New von seiner Zinne dem Brande Rom7s either: 
spielend zugeschaut habe. Man erinnerte sich in Rom,7daß 
die Gärten des Mäcen, und das Haus des Poeten und 
Zauberers Virgil in jener Gegend standen.1 Der Turm 
steht auf dem quirinalischen Abhang über dem Trajansforunc, 
wo das bekannte Local der Balnea Neapolis LMagnasnapo1iJ 
sich befindet. Das dortige Viertel hieß im Mittelalter Bibera: 
tice, und der Turm selbst gab einer Straße den Namen 
Contrata Mi1iciarum.2 Seine Erbauungszeit ist ungewiß; 
sein völlig römischer Stil, nnd. seine dem Grafeuturm ähu: 
liOe Mauerarbeit spricht für die Epoche Jnnocenzi I1I. oder 
Gregor7s IX. Er war nicht in Stockwerke geteilt, sondern 
stieg aus seiner breiten und hohen Basis als ein viereckiger 
 1VilIani VIII. c. 6 sagt von Bonif. VIII.: compe1sd il castelI0 
della mjlizie di Roma, ehe fu il pa1azzo d7Ottavia110 jmpe1sadore. 
Die Fabel von New hat noch FIav. B1011dus Rom. Instaur. I. c. 100 
gläubig aufgenommen. Der Turm hieß im VuIgär sMcssa,  was Blcndus 
sehr gezwungen aus M0ecenatia erklärt. Nicol. Signorili dehnt den Namen 
I.amesa auf den ganzen Quirinal aus; Moos Q,ujkinalis, qui dicj1ur 
h0die Lamesa. UIIsor. Var. 3536 p. 7.sJ Fulvius CAnt.ich. Hi Roma 
foI. 77J will das Wort aus Ia mezza Tone erklären, und läßt irrig 
den Turm Von Bonif. VIII. erbaut sein., Ob er ursprünglich den Conti 
gehörte, ist unbekannt.  
2 Das Viertel Bibe1satice, schon im dunkelsten Mittelalter so genannt, 
bisweilen corrumpirt zu Ljbantica, mochte von Wafserröhren feinen Rai 
mensführen, die mit den nahen Ther1nen Conßau1in7s in Verbindung 
standen.
        

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