Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-333919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-340749
Die 
im 
Stadt 
XlII. 
Jahrhundert. 
M 1 
herstelIen.ließ. Rom sank in Trümmern. Keine Behörde 
überwachte die Monumente. Erdbeben, Wasserslut, Stadt: 
kriege, der Turmbau des Abels, die Nestauration von Kirchen, 
das Bedürfnis; der Marmorarbeiter, die Nachsuchung fremder 
Käufer zerstörten die Monumente, und der höher wach: 
sende Schutt begrub tief und tiefer die alte Stadt. In ihre 
Unterwelt versanken, wie durch kvolthätigen Zauber, viele 
Gebilde der Kunst. Sie entzogen sich der Gegenwart, welche 
auf ihren Gräbern ihre wilden und zerstörenden Kämpfe fort: 
kämpfte, und sie stiegen als Geister der Vergangenheit erst in 
später Zeit wieder empor. Noch heute schlummern viele Sta: 
tuen im unterirdischen Rom; sahen wir doch im Sommer 1864 
den bronzenen Koloß des Hercules aus den Trümmern des 
Pompejustheaters, worin er so viele Jahrhunderte lang be: 
graben lag, plöZlich fast unversehrt an den Tag kommen. 
Das Nelief der Stadt im XIII. Jahrhundert würde uns 
das sonderbarste Gemälde zeigen. Sie glich einem von be: 
moosten Mauern umfaßten großen Gefilde mit Hügeln und 
Tälern, mit wüstem und bebauten: Land, woraus finstre 
Türme oder Schlösser, graue in Ruinen gehende Basiliken 
und Klöster, vom Epheu umschlungene Monumente colosfaler 
Größe, Thermen, zerbrochene Wasserleitungen, Säulenreihen 
von Tempeln, einzelne Säulen, betürmte Triumfbogen empor: 
ragten, während sich ein Gewirr enger und schmuHiger 
Straßen, durch Schutt unterbrochen, unregelmäßig an Nui: 
nen hinzog, und der gelbe Tiberstrom unter hie und da 
schon eingestürzten Quaderbrücken diese trümmervolle Wüste 
melancholifch durchfloß.1 Rings um die alten Mauern 
1 Schutt hinderte den Weg päpstlicher Processionen. seid propter 
pa1svitatem diei et dikficultatem vjae, kacit CPa.paJ stati0nem ad 
Gkegokpvius, Geschichte der Stadt Rom. V. 41
        

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