Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-333919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-339441
Murro1tc. 
Vom 
Petrus 
511 
die kurze. Pause eines Gebets machen zwischen der Erösfnung 
der seltsamen Botschaft und der kühnen EinwilIigung des 
Heiligen.1 Der Entschluß eines in Vergwildnissen ergrauten 
Eremiten, mit der Papstkrone eine Weltlast auf sich zu 
nehmen, welcher kaum ein großes und praktisches Talent ge: 
wachsen sein konnte, ist wahrhaft staunenswert. Wenn auch 
die Eitelkeit selbst den Panzer eines Biißers und die rauhe 
Kutte eines Heiligen zu durchdringen vermag, so mögen doch 
Pflichtgefühl, Demut gegen den eingebildeten Wink des 
Himmels, und kindliche Einfalt den Anachoreten vom Murg 
rone zu dieser verhängnißvolleu Zustimmung bewogen haben. 
Außerdem trieben ihn die Genossen seines Ordens; denn 
diese Jiinger des heiligen Geists stellten sich voll Entzückung 
Vor, 
daß 
mit 
der 
Wahl 
ihres 
Oberhaupts 
jenes 
Pkophetisdhe 
Reich in7s Leben treten solle, 
de Flore verkündet hatte. 
welöhes 
der 
große Abt Joachim 
Zahlloses Volk, Clerus, Barone, König Carl und sein 
Sohn, eilten herbei, den neuen Auserwählten zu Iehren, 
und das wilde Gebirg Murrone bedeckte sich mit der selt:q 
samfteu .Scene, welche die Gesöhichte jemals gesehen hat. 
Man zog nach der Stadt Aquila; der Papft:Eremit ritt in 
seiner ärmlichen Kutte auf einem Esel, den zwei Könige mit 
sorgsamer Ehrerbietung am Zügel führten, während Schaaren 
glänzender Ritterschaft, hyumensingende Chöre der Geistlichkeit 
I Petrarca erzählt vom Fluchtversuch CV.jta So1itakia II. c. 18J; 
doch Jacob Stefaneschi sagt: 
Post mo1sulam Senior: Missis Sermonibus, inquit;    
Papatus accepto gradufo. 
Die Boten küßten ihm seine Pantoffeln, chitTonibus oscu1a ligunt  
vi11osis; wahrscheinlich die FnßbeIleidung der heutigen Ciocciaren, aus 
Sandc.len von Eselshaut. 
CV.jta 
So1itakia 
18J7
        

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