Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-333919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-339436
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Zehntes Buch. 
Fünftes Capitel. 
Ereigniß fcheinen 
disk zu haben. 
ihm 
die 
Geister 
der 
Wildniß 
nicht 
verküns 
Die atemlosen Boten klommen die Hirtenpfade des Kalt: 
gebirgs empor, um den Wunderthäter zu finden, den sie 
aus einer dunkeln Höle auf den stralenden Tron der Welt 
ziehen sollten. Auch der Cardinal Petrus Colonna hatte sich 
eingefunden, während das Gerücht eines so außerordentlichen 
Vorgaugs zahllose Menschenschaaren von nah und fern herbei: 
zog. Jacob Stefaneschi, der Sohn des damaligen Senators, 
hat als Augenzeuge die wunderbarste Scene in fantastischen 
Versen lebhaft geschildert. Als die Abgesandten den Ort ge: 
funden hatten, sahen sie eine rohe Einsiedlerhtitte vor sich 
mit einem kleinen vergitterten Fenster; ein Mann mit ver: 
wildertem Bart, mit bleichen: abgehär1ntem AntliH, die feu: 
rigen Augen vom Weinen getötet, in eine zottige Kutte ge: 
hüllt, blickte scheu durch das Fenster auf die Ankommenden. 
Sie entblößten ehrfurchtsvoll ihre Häupter und warfen sich 
auf ihr.Antlil,z nieder. Der erstaunte Anachoret erwiederte 
ihren Gruß demutsvoll in gleicher Weise.1 Als er ihre Bot: 
schaft hörte, mochte er eine seiner fantastischen Erscheinungen 
vor sich zu sehen glauben; denn diese fremden Herren kamen 
aus dem fernen Perugia, ein besiegeltes, Pergament in den 
Händen, ihm zusmelden, daß er Papst sei. Man sagt, der 
arme Einsiedler habe. die Flucht versucht, und sei nur durch 
stiirmische Bitten, zumal der Mönche seines Qrdens, zur 
Annahme des Wahldecrets vermocht worden. Dies ist sehr 
wahrscheinlich; obwol die Verse seines Lebensbeschreibers nur 
Nuda1se caput;, genibuSque profusi  
Ia kacies csecidere sung: quibus hie vjoeversas 
Pr0oubuit tensa.    C0pns Metricum P. 629J.
        

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