Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-333919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-338947
Gregor 
und 
,s 
PS 
Reich. 
46,l 
päpstlichen Lehnkönig in jenem 
ten Lande anerkennen wollte. 
vom Reich für immer getrenn: 
Er amneftirte alle Freunde 
der Kirche, die Feinde von Friedrich 1I. nnd dessen Erben; 
er erklärte sich bereit, seine Zusagen wo und wann Gregor 
es verlangte zu beschwören, und auch die Fürsten Deutsch: 
lands darauf zu verpflichte1I. Denn dies begehrte der Papst: 
das ganze Reich sollte jene Privilegien Ottois und Friedrichs 
als unumstößlich anerkennen, und so für immer der Umsturzs 
des Kirche11staats dI1rch die Willkür einzelner Kaiser verhiitet 
werden. Rudolf, des Papsts bediirftig, welcher starke Feinde, 
Ottocar von Böhmen und Carl von Sicilien gegen ihn be: 
waffnen konnte, bewilligte ohne jede andere Rücksicht auf das 
Reich die Forderung des Papsts; und er war weit entfernt 
von den Absichten und Jrrtii1nern seiner Vorgänger, welche 
die von ihnen selbst vertragsmäßig abgetretenen alten Kaiser: 
rechte wieder zu einem Neichsdogma erhoben, nnd dadurch 
ihren Untergang gefunden hatten.  
Gregor X. anerkannte hierauf den Habsburger als König 
der Nömer.1 Erszeigte fast lebhaftere Ungeduld ihn zum 
Kaiser. zu krönen, als dieser die Romfahrt anzutreten. Ein 
völlig zufrieden gestelIter Papst erinnerte sich wieder der wol: 
thätigen Wechselbeziehung beider Gewalten der Kirche nnd 
des Reichs, dieser feindlichen Geschwister, welche ein gehet: 
mer sympathischer Zug an einander gefesselt hielt; er sprach 
nicht mehr in mystischen Gleichnissen von Sonne nnd Mond, 
1Die Lyoner Arten vom G. Juni 1274 in Mon. Germ. IV. 
p. 394 sq., und mit den eingefchalteten Diplomen Friedrich7s Il. bei 
Theiner l. n. 330 sq. Vriefe des Papst5 an Rudolf und die Reiehsi 
fiirsten, ibid. n. 332 sq. Die öffentliche Anerkennung Rudolfs sprach 
Gregor X. am 26. Sept. aus. Der Papst war auf das Eifrigfte für ihn 
bemüht.
        

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