Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-333919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-338545
Konradin zieht 
Rom 
ein. 
4s21 
hervorschimmert, zeigte man ihm die Gefilde Latium9s, 1md 
man sagte ihm, daß hier die Straße sei, welche Carl von 
Anjou zum Liris hinabgedrungen war.  
Die lange Reihe der großen Kaiser des Reichs stellte 
sich der aufgeregten Seele Konradinis dar, nnd fie schienen 
ihn als Cäsar zu begrüßen, während das erhabene Bild der 
Stadt wie der prachtvolle Anblick des römischen Volks, wel: 
ches ihm Willkomm rufend von Ponte Molle bis zur Trium: 
falstraße den Abhang des Monte Mario bedeckte, ihn zum 
Entzücken hinriß, wie einst Otto II. oder den III. Der 
Senator hatte ihm einen kaiserlichen Empfang bereitet, und 
Rom war nach dem Geständ11iß des Gnelfen Malaspina eine 
von Natur kaiserlich gesinnte Stadt.1 So oft nnd so hart: 
näckig auch die Römer die germanischen Kaiser bekämpft 
hatten, so übte doch die Idee des Reichs fortdauernd ihren 
Zauber auf sie aus. Sie empfingen den Enkel des großen 
Friedrich als den legitimen Repräsentanten des Kaisertunj.s 
mit aufrichtigen Ehren. Alle waffenfähigen Römer erwar: 
teten ihn glänzend gerij.stet, die Heime bekränzt, in kampf: 
spielenden Schaaren auf dem Feld des New, während das 
Volk Blumen und Oelzweige schwang, und Jubellieder er: 
tönen ließ. Als Konradin, am 24. Juli, durch das Tor 
des Castells über die Engelsbriicke seinen Einzug hielt, fand 
er Rom in eine Schaubijhne festlichen Triumfs verwandelt. 
Der schwärmende Knabe stand eine Minute lang auf dem 
Gipfel irdischer Herrlichkeit. Die volkbedeckten Straßen, die 
zum Capitol führten, waren von Haus zu Haus mit Seilen
        

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