Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-333919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-336573
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Neuntes Buch. 
Capitel. 
Sechste6 
entschädigt, während der neue Papst an der Seemacht seiner 
Vaterstadt einen mächtigen Rückhalt erhielt. Als Cardinal 
war er mit Friedrich befreundet gewesen; der in ihm einen 
zur Versöhnung geneigten Prälaten geehrt hatte, seine Wahl 
daher nicht gerade beargwöhnen konnte. Sie war in jeder 
Hinsicht ein meisterhafter Zug, und machte der Klugheit der 
Cardinäle viel Ehre. Wenn das Wort wahr ist, welches der 
Kaiser auf die Nachricht von Sinibaldis Erwählung soll aus: 
gesprochen haben: ,,Jch habe einen guten Freund unter den 
Cardinälen verloren, denn kein Papst kann GhibelIine sein,77 
so sah er die Zukunft richtig voraus; wenn es nicht wahr 
ist, so bezeichnet es treffend ein geschichtliches Verhältniß.1 
Durch so lange und kostbare Kriegsziige erschöpft, der 
Macht des Papsttums sich wol bewußt, wünschte Friedrich 1l. 
Versöhnung mit der Kirche, zumal seine Absichten durch die 
feste Haltung Rom7s nicht zum Ziele kamen. Er eilte den 
neuen Papst zu begliickwiinschen, und sprach in seinem Schrei: 
ben die Hoffnung aus, durch Jnnocenz IV., seinen wahren 
Freund, jeHt seinen Vater, den langen Streit geschlichtet zu 
sehen. Er schickte den Admiral Ansaldo da Mare und seine 
Grofzrichter Peter und.Thaddäus nach Anagni, und empfing 
zu gleicher Zeit in Melfi die Friedensboten des Papfts. 
Nach seiner Weihe am 29. Juni blieb Jnnocenz IV. 
noch in Anagni, denn hier war er dem Kaiser nahe, mit 
welchem lebhaft unterhandelt wurde. Erst am Ende der 
heißen Jahreszeit, am 16. October 1243, ging er nach Rom,
        

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