Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-333919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-336391
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Neuntes Buä;. 
FÜt1ftes Capitel. 
Wut. Ganz Rom ist unterhölt, und aus den von Schlangen 
erfüllten Katakomben steigt ein giftiger und tödtlicher Dampf 
empor.H  
Viele Prälaten Spanienis, Frankreichs und Oberitalien7s 
ließen sich durch keine Gefahr, noch durch die wiederholte 
Mahnung des Kaisers, welcher doch Meer und Land in seiner 
Gewalt hatte, von der Reise nach Rom abhalten. Der Legat 
Gregor von Romania, die Cardinäle Jakob Pecorario von 
Präneste und Otto von S. Nicolaus versammelten sie in 
Genua, und die Fahrt wurde auf genues1schen Schiffen mit 
blinder Zuversicht unternommen, bis auf der Höhe der Klippe 
Meloria diese Priester die Segel der Republik Pisa und der 
sicilischen Flotte sahen, welche kampfbegierig ihnen entgegen: 
fuhren. Die berühmte Seeschlacht vom Z. Mai 1241 bei 
den Jnseln Monte Cristo und Giglio war eins der sonder: 
barsten Schaufpiele, die je auf dem Meer gescheit worden 
sind. Mehr als hundert Prälaten, Cardinäle, Bischöfe und 
Aebte waren die bebenden Zuschauer einer mörderischen Schlacht, 
und zugleich ihr Gegenstand und der Preis des Siegs. Nach: 
dem die genuesischen Galeeren zersprengt, mit Kriegsvolk und 
Priestern in den Grund gebohrt und zum größten Teil ge: 
fangen waren, segelte der kaiserliche Admiral mit seiner 
Beute frohlockend nach dem Hafen von Neapel. Die un: 
glücklichen Prälaten schifften drei schreckliche Wochen lang 
über Meer, gefesselt, von HiHe, Hunger, Durst und dem 
1 Gans immunda, geu.s abl1ominabilis, gerne pessima, gern kus 
Isaria  das Bild damaliger Römer1 Der SEhreiber schloß damit zu 
sagen, daß der Papst, der nur Geld begehre, die Geistlichkeit berufen habe 
at sitis organa s0nant.jei juxta deductio11em et 1jbitum orgi1niste. 
Hist. Dip1. V. p.. 1077, nach Baluzius Misce1l. l. 458s468.
        

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