Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-333919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-335362
Keim. 
Die 
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der dogmatischen und kirchenrechtlichen Gewalt, das politische 
Völkertribnnal Europas. Während seiner Epoche anerkannte 
der Westen und der Osten, daß der Schwerpunkt aller sitt: 
lichen und politischen Ordnung in der Kirche, dem moralischen 
Universum, und ihrem Papste sei. Dies war die giinstigste 
ConstelIation, in welcher sie jemals in der Geschichte er: 
schienen ist. Das Papsttum culminirte in Jnnocenz III. auf 
einer schwindelerregenden und unhaltbaren Höhe.  
2. Bewegung der Kerker. Doctrin von der christliEhe11 Armut. Stiftung 
der Bettelorden. S. Franciscus und S. Don1inicus. Die ersten Klöster 
ihres Orden in Rom. Wesen nnd Einfluß des Bettelmönchtums. Die 
Secte der Spiritnalen. 
Die von keinem EinzelwilIen lang zu hemmende Be: 
wegung der Welt spottet jeder in der Zeit triumfirenden 
und vorübergehenden Gewalt. Dies lehrt auch das Verhält: 
niß von Jnnocenz III. zu dem großen Geistesproces; des 
Xl1I. Jahrhunderts, den er durch seine Gesetze in Fesseln 
zu schlagen doch nicht die Macht besaß. Das XII1. Jahr: 
hundert war eine fortgeseBte große Revolution; der biirger: 
liche Geist erkämpfte siegreich seine Freiheit von Feudalität, 
Reich und Kirche, und neben ihm erhob sich der eVangelische 
Geist, die Freiheit des Denkens und Glaubens zu erobern. 
Diese Nevolution war in der Zeit nicht siegreich, wie jene; 
ihre hochauflodernde Flamme wurde von der Kirche ge: 
löscht, doch erstickt konnte ihr Funke nicht werden. Eine 
tiefe enthufiastische Bewegung ketzerischer Gedanken drang am 
         
an König Johann, worin er ihm zu seiner demutIvollen Untcrwcrfu11g 
Glück wünscht, vielleicht das großartigste Document der päpstliä;eu Macht 
überhaupt. Rymer, F0edem l. f0l. 116.
        

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