Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-333919
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-335302
auf den Treu berufen. 
Friedrich 
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Troubadours schwelgenden Toren geschildert hatten, so wird 
fein scharfer Blick bald die angeborne Macht des Genies und 
den früh geübten Verstand im Sohn Heinrichs VI. erkannt 
haben. Man entwarf die Bedingungen, welche die Kirche 
an die Erhebung Friedrich7s knüpfte, und vor allem wurde 
die Trennung Sicilienis vom Reich festgestellt. Der neue 
Candidat für den Kaisertron war dies unter Verhältnissen, 
welche denen von Otto 1V. glichen, zum Unglück des Reichs; 
denn dieselbe Fessel, die jener nur durch einen Meineid 
zerrissen hatte, wurde auch für Friedrich geflochten.1 Doch 
an seiner aufrichtigen Gesinnung zu jener Zeit, mitten unter 
den begeisternden Hoffnungen einer großen Zukunft, kann 
nicht gezweifelt werden. 
Der Papst entließ Friedrich in völliger Zufriedenheit, und 
unterftüyte ihn sogar mit Geldmitteln. Der junge Sicilianer 
erreichte Deutschland, vom Glück geführt; er erschien dort wie 
ein Stern des Südens, der schnell und stralend emporstieg. 
Der Ruhm seiner unsterblichen Ahnen öffnete ihm das Vater: 
land; die Freigebigkeit, mit der er Erbgiiter seines Hauses 
und Reichslehen verfchleuderte, gewann ihm die gierigen 
Großen, und die vom Fluch der Kirche verdunkelte Un: 
glücksgeftalt des strengen und rauhen Welfenkaisers diente 
I Schon im Februar stellte er zu Meffina Urkunden aus, worin 
er sich als Beifall der Kirche für Sicicien bekannte, und die Freiheit 
der Bifchofswahle11 bestätigte. Böhn1er, P. 68. 69. lIistok. Dip1. 
Fried. l. 201 sq.: ne unquam beneiiciorum vestrorum, qnod zeig 
vertan; Domjm1s, inveviamnr jvgknti, cum p0st divini muaekis 
grat.ia111 non Solon: terram, Seil vjtam per veSt.rum patrocis 
ninm aos kateamur haben. Im April bewilligte er zu Rom Dem 
Papst das Anrufen der Grafschaft Fundi, nach demx Tod des Grafen 
Richard. Mem. Germ. lV. 22Z. Hist. Dip1. I. 208; ohne At;gabe des 
Tages. 
Gregoroviuö, Gesohicipte der Stadt Rom. V. 7
        

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