Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-326756
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-332363
Brescia. 
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der Schatten Gregor7s VIl. nichts mehr von der Welt recht: 
mäßig zu fordern hat.1 
Die Hinrichtung ihres Propheten, Staatsmannes und 
Gesetzgebers mußte den Haß der Römer gegen die beiden 
Fremdlinge Hadrian IV. und Friedrich I. unendlich ver: 
mehren. Aber so unvollkommen war der blutige Sieg Fried: 
richts, daß auch dieser große Kaiser, welcher sich als legitimen 
Herrn des Westens und Ostens betrachtete, hinwegziehen 
mußte, ohne Rom auch nur betreten zu haben. Die Römer 
zeigten sich damals ihrer Freiheit vollkommen würdig; mäun: 
lich trot3ten sie dem Kaiser, weigerten ihm den Markt der 
Lebensmittel, und wollten den Kampf fortsetzen; Friedrich 
brach deshalb schon am 19. Juni das Lager ab. Er nahm 
den Papst und alle Cardinäle als Flüchtlinge mit sich, zog 
nach dem Soracte, seHte bei Magliano über den Tiber, und Aozug des 
rückte über Farfa, wie Heinrich V., nach der lucauischen   
Brücke. Hier wurde das Fest Peter und Paul in den Zeiten RoÄnIHZ.Yni 
mit großem Pomp gefeiert, wobei der Papst die deutschen 
Truppen von jeder Schuld des in Rom vergossenen Blutes 
absolvirte. Die Städte der Campagna beeilten sich, dem 
Kaiser das drückende Foderum zu reiOen, andere ihm zu 
1Zwei Monate, nachdem ich dies niederschrieb, las ich in einer 
Correspondenz ans Loreto vom 18. Febr. 1862: ,,Am 13. Febr. hestete 
man in der Stadt Placate an, worauf geschrieben stand: Vjva il Papa 
non liess Viva Arnald0 da B1sescia.I Viva il Cler0 libem1el 
Zwei große Jnschriften Viva Arna1do da Brescia wurden auf die Fac;ade 
des Doms selbst geheftet.U Es geschah dies in Folge der Antwort des 
Cardinals Antonelli auf gewisse französische Noien, und diese rief in 
vielen Stadien Jtalien7s Demonstrationen gegen das Dominium Tem: 
porale hervor. Heute, um Ostern 1862, lese ich: daß man in Florenz 
Aufforderungen erläßt, Arnold von Brescia ein Denkmal zu errichten. 
Vielleicht das einzige Nationaldrama der Jtaliener ist der Arnold von 
Brescia des Florentiners Niccoli1xi.
        

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