Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-326756
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-329951
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Siebentes 
Buä2. 
Siebentes 
Capitel. 
Fürsten, Ritter, Bischöfe, Knechte hefteten mit zitternder 
Haft ein rotes Kreuz aus ihr Gewand; Ehrgeiz, Abenteuer: 
lust, und alle Verbrechen konnten sich unter dies Zeichen 
flüchten, alle Unfreie, Geknedhtete, Verschuldete und Gebannte 
sich unter dem Banner des Zuges sammeln, und gewiß sein, 
dafür im Leben Siindenerlasz, im Tode das Paradies, und 
zuvor goldene Berge in Syrien zu finden. Der Erfolg war 
vollständiger, als Urban erwarten konnte. Obwol einige 
Bischöfe in ihn drangen, sich selbst an die SpiHe des Zuges 
zu stellen, lehnte er dies dennoch ab, aber er ernannte in 
dem Bischof Ademar von Pay seinen Stellvertreter. 
 Der Geschichtsdhreiber der Stadt Rom sieht sich nach den 
 Römern um, die zu den Fahnen des Erlösers strömten, um 
ein römisches Contingent in das Feld der Geschichte der 
Kreuzzitge zu stellen, und dann die Gkesta Dei per Roman0s 
nach Pflicht zu beschreiben; indess er entdeckt deren keine. 
Wahrscheinlich würden Senat und Volk spöttisch gelacht haben, 
 wenn Urban sie aufgefordert hätte, sich mit heiliger Furie 
zu erfüllen, den Schutthaufen Rom zu verlassen, und zur 
Befreiung der Stadt Jerusalem ausznziehn, die einst römische 
Kaiser zerstört hatten, an deren Fall noch der Bogen des 
Titus erinnerte, deren Bundeslade der Lateran zu bewahren 
sich rühmte, und deren späteste Enkel seit Pompejus als eine 
verachtete FTemdenschole an den Tiberbrücken wohnten. Enthu: 
siasmus für große Ideen hat die Römer selten entflammt, 
und der romantische Sinn des Rittertums blieb ihnen fremd. 
Ueberall wo der germanische und normannische Geist lebendig 
waren, entwickelte sich das Rittertum in seiner heldenhaften 
Kraft, in seiner die Welt genießenden oder mißhandelnden 
Willkür, nnd in der land: nnd meerbefahrenden Thatenlust;
        

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