Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-326756
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-329156
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BuThs 
Siebentes 
Capitel. 
Fünftes 
feines Weibes gemildert wird, das er 
welches nun liebevoll die Gefahren mit 
die rührende Treue 
einst verstieß, und 
ihm teilte. 
Als Heinrich in Italien erschien, begrüßte ihn der laute 
Jubel der Lombardei. Die Norditaliener hatten nur deutsche 
Könige die Alpen herabfteigen gesehn, um mit Gewalt nach 
Rom zu ziehn, Päpste ein: und abzusetzen, und das Jmperium 
zu nehmen; sie glaubten, daß er gekommen sei, Gregor als 
einen ,,Feind der Menschheitit von seinem Stute zu stoßen. 
Zahlreiche VasalIen strömten aus vielen Städten diesseits und 
jenseits des Po zusammen; und Gregor, in Mantua Halt 
machend, flüchtete nach Canossa, einer Burg Mathilde7s, wo 
er sich verschloß. Der König hörte indeß die Zureden der 
Grafen und Bischöfe, und sein gequältes Herz war die Beute 
des Stolzes und der Furcht, die es zugleich zerrissen. Doch 
in nnsagbarer Verblendung, wie ein vom Zauber Umfesselter, 
stieß der Jüngling die Lombarden von sich, und taumelte 
einem moralischen Tode zu. Der nahe Tag von Augsburg 
schreckte ihn; Scham hemmte seinen Fuß, Angst trieb ihn 
gegen Canossa fort, dessen verhängnißvolle Burg sich endlich 
seinen Blicken zeigte. Dort saß hinter dreifachen Mauern 
ein Priester, der ihn verflucht hatte, und ein Weib, das 
diesen Priester mit ihrem Schilde deckte, während von Ge: 
wissensangst gepeinigte Bischöfe Deutschlands täglich im Schlosse 
anlangten, die Absolution zu erflehen. Heinrich unterhandelte 
wegen der Lossprechung; Frauen vermittelten als barmherzige 
Schwestern, die Gräfin Mathilde und die Gräfin Adelheid, 
seine Schwiegermutter. 
Z;igIFJYz Jn der Geschichte des Papsttums werden ewig zwei 
CmII,7F7j ÄsScenen glänzen, und die geistige Größe der Päpste darthun:
        

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