Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-326756
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-328882
die politischen Mächte der Kirche 
PlaUy 
unterwerfen. 
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dem Grunde einer religiösen Zeit: und Weltanschauung stand, 
die aus dem Geiste des Mittelalters begriffen sein will. Die 
ruhige Ueberzeugung, mit sder sie Gregor V1I. aussprach, 
gibt seinem myftischen Gedanken von dem Verhältniß des 
auf der Erde Wandelnden und Vergehenden zu dem ewigen 
Princip der Religion sogar eine gewisse Großartigkeit. Die 
Welt sah er nur als die Form der christlichen Idee, in ihrer 
politischen Gestalt vorübergehend und unwesentlich, aber ewig 
in der Kirche, die ihm die Weltordnung, oder das alle andere 
Institute als dienstbar in sich tragende Reich Gottes war. 
Jndeß das Reich der Wirklichkeit entsprach nicht dem 
seiner Ideen die er in Süditalien zuerst auszuführen suchte. 
Ernsiliche Pläne eines Normannenkriegs beschäftigten ihn; 
er fürchtete die werdende Größe Robert Guiscardls, welcher 
kühn und klug auf das schöne Ziel losschritt, Süditalien zu 
einem Königreiche zu vereinigen. Einen Eroberer von solchem 
Genie konnte Gregor VII. Inicht als Feind neben sich dulden; 
er mußte ihn vernichtet oder als Vasallen sich verbündet sehn. 
Erst hoffte er mit mehr Erfolg als Leo 1X. einen abend: 
ländischen Bund zu Stande zu bringen, aber sein über: 
sliegender, durch den Besitz der Tiara zu hochgespannter Geist 
sah sofort über die eigentlichen Zwecke der Unternehmung 
hinaus. Wenn er ein Nächstes ergriff, war es dies doch 
immer nur als Teil eines ganzen großartigen Systems. Er 
faßte den Plan, an der Spitze eines europäischen Heerbanns 
erst Normannen, Griechen und Saracenen aus Italien zu 
jagen, dann Byzanz vor dem Halbmond zu retten, der 
römischen Kirche zu unterwerfen, und endlich das Kreuz in 
Jerusalem aufzupflanzen. Er schrieb an die Fürsten Jtalienis, 
an Wilhelm von Burgund, noch im December 1074 an
        

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