Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-320555
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-321396
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Fii11ftesY 
Buch 
Capitel. 
Zweites 
barden, obwol nun latinisirt, dennoch das germanische Frei: 
heitsgefiihl nnd die Erinnerung ihrer alten Herrschaft lebhaft 
bewahrten, und wo Mailand angefangen hatte, das einst 
herrschende Pavia zu iiberstralen. Der Sturz des lango: 
lJardischen KönigtnnIs hatte dies bildsame nnd fleißige Volk 
nicht vertilgt; es verbreitete sich von den Alpen bis tief 
nach Apnlien hinein. Wenn man Rom ausnimmt, wo in: 
des; auch zahlreiche langobardische Geschlechter lebten und 
manche Männer dieses Stammes den Stnl Petri bestiegen, 
so hielt diese germanisdhe Nation im Norden wie im Süden 
Jtalienis die höchsten Angelegenheiten fortdauernd in ihrer 
Hand. Während der finstersten Jahrhunderte waren es we: 
sentlich die Langobarden, welche Italien Helden, Fürsten, 
Bischöfe, Geschichtschreiber, Poeten und endlich freie Ne: 
publiken gaben. Auf ihrer Kraft ruht daher der größeste 
Teil des geschichtlichen Lebens und der Cultur Jtalien7s über: 
haupt; einevun1viderlegliche Thatsache, welche heute manche 
Jtaliener vergebens verleugnen, indem sie der Geschichte zum 
Trotz von einer italienischen Nation schon in Jahrhunderten 
reden, 1vo.es eine solche gar nicht gab, oder indem sie ver: 
gessen, daß diese italienische Nation wesentlich aus der Ver: 
schmelzung der gothisch:langobardischen und der lateinischen 
Race entstand. Wenn wir nun selbst in dieser Epoche von 
einer italienischen Nation reden, so haben wir deren Begriff 
auf sein historisches Maß vorweg beschränkt. Die lombardi: 
schen Großen dachtest nicht mehr an die Wiederherstellung 
der untergegangenen Dynastie des Desiderius, aber sie sehn: 
ten sich das verhaßte Frankenregiment los zu werden. Die 
Bischöfe, durch die Privilegien Carlis und Lndwigis zu fii17ft: 
licher Macht gelangt und schon daran gewöhnt, in allen
        

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