Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-320555
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-326113
514 
Sechstes 
Bachs 
Siebentes 
Capitel. 
eines Prunks, der bei 
dagegen des Theaters. 
Hof 
nicht 
fehlen 
dürfe , 
erwähnt 
sie 
M. Die theatralische Lust, einst so vorherrschend in Rom, 
begann, und dies ist der Bemerkung,wert, in der carolini: 
schen Zeit durch die christlichen Feste aufzuleben. Die von 
der Kirche als Werke des Teufels verdammten scenischen 
Spiele hatten sich in allen Ländern erhalten. Terenz war 
überall bekannt, wo das classische Altertu1n gepflegt wurde, 
und Roswita von Gandersheim schrieb ihre lateinischen Dra: 
1nen oder Moralitäten ausdrücklich um den heidnischen Te: 
renz aus den Händen der Nonnen zu verbannen. Noch heute 
bewahrt die Vaticana als berühmten Schuh einen Codex des 
Terenz, der dem 1X. Säculum angehört, dessen höchst aus: 
drucksvolle Miniaturen, der, classischen Kunst nachgeahmt, 
Scenen ans den Comödien des Dichters darstellen; aber der 
Verfasser des Codex, Hrodgarius, wie er sich selbst nennt, 
deutet aus das Frankenland, wo, und nicht in Rom jenes 
Werk mochte entstanden sein. Es ist eine Thatsache, daß 
im X. Jahrhundert in Norditalien Schauspiele aufgeführt 
wurden. Die Schauspieler hießen damals, wo so viele 
, griechische Ausdrücke in GebrauO kamen, Thymelici, so daß 
die alte Thhmele der Bühne des Sophokles und Euripides 
in später und barbarischer Zeit, da man die Tragiker selbst 
nicht mehr kannte,sihren Namen den Comödianten lieh. Atto 
von Vercelli beschw,erte sich über die Teilnahme der Geist: 
lichen an theatralischen Srenen; er ermahnte sie, sich ,vom 
Tische zu erheben, sobald die Thymelici eintraten; er lehrt 
uns also, daß wie bei alten Gastmälern noch immer Mimen 
die Gäste ergöHten, daß man bei Hochzeiten Schauspiele auf: 
führte, daß es überhaupt solche gab, und sie zumal in der
        

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