Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-320555
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-325103
YcIlUS. 
4L1U 
stimmige Ruf trieben ihn von dort zu dem damals berÜhm: 
testen griechischen Heiligen Calabrien7s. Dieser wundersame 
Eremit trug den Namen Nilus, den passendsten, den ein 
mystischer Mann führen konnte. Er lebte wie ein Patriarch Es 
der Wildniß mit seinen frommen Jüngern in Unteritalien, 
dessen Provinzen er als ein Apostel durchzog. Der heute 
lebende Mensch begreift solche Charaktere, wie S. Nil, nur  
schwer, nnd die geordnete Welt, die ihn umgibt, reizt ihn 
Ieicht, sie als Caricaturen zu belächeln. Nur der ruhige 
Beobachter der Zeiten und ihrer Bedürfnisse erkennt in jenen 
seltsamenMönchen und Heiligen die wirklichen und wirksamen 
Wolthäter eines barbarischen Menschengeschlechts. Jn ein 
schwarzes Ziegensell gehüllt, mit verwildertem Bart, barhaupt 
und barsiis;ig, nur alle zwei oder drei Tage von einem Bissen 
Brod genährt, beherbergte Nilus den flüchtigen Slaven mit 
Freude. Er widerriet ihm nach Jerusalem zu pilgern; er 
schickte ihn vielmehr zu dem Abt Leo von S. Bonifacius in 
Rom. Adalbert nahm in diesem Kloster um die Osterzeit 
990 das Mönchsgewand, nnd lebte daselbst einige Jahre. 
Leo Si1nplex war dort Abt, und neben ihm glänzten durch 
beredte oder schweigende Tugend Johann der Weise, Theo: 
dosius der Schweigende, Johannes der Unschuldige. Wer 
griechisch verstand, traf auch basilianische Brüder zur Unter: 
haltung, den Abt Gregor, Johann den Guten und Stratus 
den Einsältigen. Während also Rom vom Lärm der Parteien 
erscholl, saßen jene heiligen Männer aus den Trümmern des 
Aventin, im Anblick der Pyramide des Cestius und des 
Scherbenberges, und sie entwarfen begeisterte Pläne, ferne 
heidnische Länder zu bekehren oder im Dienste Christi ihr 
Blut zu verströmen. Der Ehrgeiz des Crescentius trachtete 
Nilus.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.