Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-320555
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-324653
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Sechstes 
Buch. 
Drittes 
Capitel. 
Herrscher niedergedriickte Papsttum rächte sich sodann, indem 
es Hso wandeln sich die Dinge nach Gesetzen der NaturJ die 
verlorene Freiheit nicht allein wieder gewann, sondern mit 
riesiger Anstrengung deren Schranken iiberstieg. DersKampf 
der Kirche mit dem deutschen Geiste war die Haupthcn1dlung 
des Mittelalters, nnd das große, die Welt heilsam erschiitternde 
Drama sei11er Geschichte. 
Der 
erhalten, 
riihmliche Versuch der Römer, ihr Wahlrecht sich zu 
fiel einer historischen Notwendigkeit zum Opfer; 
denn 
das 
germanische 
Königtum 
mußte 
für 
eine 
Zeit 
lang 
die Dictatnr über Rom und die Kirche an sich reißen, um 
diese zu reforn1iren. Die gedemütigte Stadt hatte den Kaiser 
als ihren Gebieter aufgenommen, der kaiserliche Papst war 
wieder eingesetzt worden; und so ist es wahrscheinlich genug, 
daß jetzt Otto, statt sich mit einem Eide zu begnügen, durch 
ein päpstliches Decret die völlige Verzichtleistung der Römer 
auf das Wahlrecht auszusprechen gebot, und daß Leo V1l1., 
fein Geschöpf, sich darein fügte, es zu vollziehen. Eine 
solche Urkunde ist uns in der unvollkommenen Fassung des 
XI. Jahrhunderts aufbewahrt; aber ihre. Echtheit läßt starken 
Zweifel zu, und offenbare Fälschungen zu Gunsten der Kaiser: 
rechte haben den wahren Inhalt unkenntlich gemacht.1 
4Das PriVileg. Leo7s V11l CIvo Panokm. VlIl. 135, Gratian. 
Decret. 63. c. 23, Mon. Gekm.Leg. lI. 167J verglich ich im C0d.V;it. 1984 
fo1. 192, wo auch fol. 191 das ähnliche Hadricm9s steht. Es gibt dem 
Kaiser die Gewalt, Papst, König, Patricins, Bischöfe. zu wählen, ut 
jpsj tamet1 ab en i11vestik.uram snsoipiant., et c0nsecmtj0nem recis 
piant unäecumque pertjnuerit   s01i regi r0mkmi jmperjil1anc 
reverentiae trjbuim11s p0tesmtem.  Floß hat eine Trierer Hdschr, 
aus saee. Xl oder x1l publicirt, worin er das ursprüngliche Privileg 
Leo7s VII1. erkennen will; dies ungesdhirkte Actenstück scheint eher rhe: 
torische Ausführung zu sein. Die Gründe für die Unechtheit des Dis
        

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