Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-320555
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-323729
DiF 
Saracenen 
Eampagna. 
der 
275 
Ca1npagna von Rom zu fließen. Alle dortigen Orte zer: 
störten sie, oder sie festen sich hie und da fest. Noch heute 
lebt in jenen einsamen Gegenden fabelhaften vorrön1is6hen An: 
baues die Erinnerung an die Saracenen. Hinter Tivoli 
ragt auf. einem felsigen Bergriicken das graue Castell Sara: SsMss1Isssss 
cinesco, welches durch uralte Tracht und Sitte der Bewohner 
merkwürdig ist. Sein Name stammt von den Arabern des 
IX. Jahrhunderts, die,siih dort verschanzt hatten.1 Auf 
der anderen Seite jenes Gebirgs liegt in der großartigen  
sabinischen Bergwildniß Ciciliano; auch dies Caftell war zur  
Zeit Johanns X. ein fester saracenischer Ort. E Wenn nun 
die nordischen Romfahrer die Alpen herabstiegen, mehrten 
ihnen weiter zu gehen die spanischen Mauren, die sich seit 
89;1 in Frejus oder Fraxinetum festgesetzt hatten; ka11ften 
sie sich durch Tribut los, so fielen sie in die Räuberhände 
der Saracenen an den Straßen von Narni, Rieti und Nepi. 
Kein Pilger gelangte mehr mit Geschenken naEh Rom. Die 
Sabina, Tuscien und Latium waren grabessstille Wüsten, und 
diese Zustände, verschlimmert durch christliche RäUberfchaaren, 
die oft mit den Heiden gemeinschaftliche Sache machten, 
dauerten 30 Jahre lang fort, während weder der König 
I Nibby Ana1. 1Il. 61 und Liverani p. 2T6; beide sagen, daß noch 
heute arabische Namen dort gehört werden, wie Mastorre, Argante, 
Morgante, Marocco, Merant, Manasse, ,Margutte. Jch bemerke, daß 
ein zweites Saracinesco, einst maurisches Castell, noch heute in der 
Diöcese von Monte Casino steht.   
T Belieb. V. Soracte c. 29: Audientes sarrac:enis, qui erst in 
Narr.ien8j c0mitat0, 0rtense, et qui want in Cicu1i etc. Mit Un: 
recht schreibt man Siciliano, und datirt den Ort von den alten Siculern. 
Die Ableitung FattesäJi7s LSerje Je. p. 246J aus Equicoli scheint rich: 
tkg; A. 762 findet sich in Farf. Urkunden geschrieben: in Ecicu1is, es 
wohnten dort einst die Aequer, und der District hieß casta.1c1atus 
Eq11anus.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.