Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-320555
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-323635
266 
Seck,1stes 
Buch 
Erftes 
Capitel. 
Jedoch wir bekennen, daß die angestrengte Forschung in Ur: 
kunden uns, keinen bestimmten Aufschluß über die weltliche 
Verwaltung Romis zu jener Zeit gegeben hat. Wir ver: 
werfen die Ansicht, daß die Römer damals jährlich Consuln er: 
wählten und an die Spitze ihrer Municipalverwaltung stell: 
ten: aber wir glauben mit Grund, daß seit dem Sturze des card: 
linischen Reichs Rom eine innere Umwandlung erfuhr. Das 
Regiment der Stadt war nach und nach in die Hände 
der Laien cder judices de mi1itiaJ gekommen, die Prä: 
laten Cdie judices de oler0s waren zurückgedrängt worden. 
Die vom Kaiserjoch und von den Missi befreite Aristokratie 
zwang dem Papst größere Freiheiten ab, indem sie in der 
Stadt und bei allen rein politischen Angelegenheiten mit: 
regierend austrat. Der alte Senat schien schon jetzt in dieser 
Stadtbaronie zu erwachen; der Patriciat, ein traditioneller 
und so wichtiger Begriff für das weltliche Rom, schien nach 
dem Falle des Jmperium zu den mächtig gewordenen soge: 
nannten Consuln Rom7s zurückgekehrt, und die ehrgeizigen 
Familien strebten darnach, die Gewalt eines Patricius an 
sich zu nehmen und bei sich erblich zu machen. Ein ,,Consnl 
der RömerU ward aus der Mitte des Adels als Prineeps 
der Aristokratie gewählt, vom Papst bestätigt, und wie .ein 
Patricius an die Spitze der Gerichtsbarkeit und Stadtver: 
waltung gestellt. Außer 00nsu1 Romanorum scheint dieses 
Haupt des Adels aber auch schon damals senat0r Romas 
lI0kUl11 
genannt 
worden 
zu 
sSin,1 
Als 
solcher 
begegnet 
UUs 
der Panegyr. Berengar7s, und die alte Glosse desselben Autors sagt: 
G0nsu1 Romanorum tum erat Tl1eophy1actuS. 
4Das Placitum von Mont7 Argenteum A. 1014 gibt darüber 
Aufschluß. Es führt eine Balle Joh. X. CA. 915J an, und nennt von 
römischen Großen zuerst Theophylactus Senat0res Roman0rum, dann
        

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