Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-320555
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-321015
Fünftes3 
Buch. 
Erstes 
Eapitel. 
schen Stämme, nicht befähigt für höhere Ideen des Staats 
und der Cultur,s unvermögend blieben, als Erben der 
hellenischen Welt aufzutreten. Der Gedanke eines slavisch: 
griechischen Reichs lebt daher noch heute ins Rußland fort, 
aber nicht als das nationale Ziel einer unvollkommenen 
Entwicklung, sondern eher als das Bewußtsein eines ge: 
schichtlichen Verfäumnifse.i3, welches nicht mehr nachgeholt 
werden 
kann. 
Während 
also 
Vyzanzs 
Alls 
der 
UcUeU 
Geschichte 
gleich: 
ssam 
verbannt 
wurde, 
trat 
Rom 
in 
ein 
zweites 
gläuzendes 
Verhältniß zur Welt. Nachdem das eäsarifche Rom die 
politischen Antonomien der Nationen vernichtet hatte, waren 
durch die Völkerwanderung neue Staatengruppen entstanden, 
und die Kirche hatte die moralische Gleichheit der Völker, 
oder ihr allgemeines christliches Biirgerrecht procla1nirt. Das 
Jdeal der einen und unteilbaren Menschheit, die christliche 
Republik, erschien jeHt als der Gedanke einer neuen Welt. 
Vor dem 
manen , 
Altare des allgemeinen Gottes galten Römer, 
Griechen und Slaven gleich, und selbst 
Ger: 
dem 
elendesten Volk wurde der volle Anteil an den höchsten 
Gütern der Religion gewährt. Dies große, die Welt um: 
gestaltende Princip .repräsentirte Rom; die alte Hauptstadt 
des Reichs, welches erneuert worden war, der apostolische 
Mittelpunkt der Kirche, nannte. sich die Mutter der christ: 
lichen Nationen, und stellte jetzt als eivitas Dei den n1o: 
ralischen 0kbis Terrarum dar. Die erste, unvollkom1nene 
Form einer durch eine sittliche Jdee verbundenen Republik 
oder Völkergesellschaft war aufgestellt worden, aber dies 
,,heilige Reichs, hatte sich noch zu gestalten, und das ganze 
Mtttelalter war, ja selbst unsre Gegenwart ist nur ein fort:
        

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