Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-320555
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-322541
ZU P 
Date 
Ps1pstbuch. 
157 
Selbst die Don den Römern Barbaren gescholtenen Völker Dsii:sd7c Ists 
Dentschland7s und Gallien7s fuhren fort, Rom durch Bildung MS. 
in der Sprache und Wissenschaft der Lateiner zu beschämen. 
Ein Hinkmar von Reiins war ein Mirakel in den Augen 
der Cardinale der Stadt. Die Poesie, ob geistlicher oder  
weltlicher Art, war in Rom verstum1nt, aber in derselben 
Zeit, wo die Römer kaum so viel Talent besaszen,. einige 
Epigramine für ihre Kirchen1nusiVe, ihre Stadttore, oder 
Grabsteiue in barbarischen Ryth1nen nnd Worten zusammen: 
zusehen, schrieben fränkische Chronisten, wie Ermold Ni: 
gellus, in lateinischen Versen ihre Geschichten, und dichteten  
deutsche Poeten, deren Väter noch Heiden gewesen, in der 
kraftvollen Ursprache unseres Volks Evangelienharmonien, 
deren Originalität wir noch heute bewundern. Kein theolo: 
gisches Werk ward mehr in Rom verfaßt. Die Geschichte 
der Stadt, ihre so denkwiirdige Unuoandlung seit Pipin und 
Carl, fand nicht einen einzigen Annalisten, und während 
Deutschland und Frankreich, selbst Unteritalien, wo das ehr: 
tvi.irdige Monte Casino die Geschichtschreibung, pflegte, eine 
große Zahl von Chroniken hervorbrachten, hat die Trägheit 
oder Unwissenheit der römischen Mönche die Ereignisse der 
Stadt in ein tiefes Dunkel begraben. 
Jedoch das Papsttum hat gerade in dieser Epoche seine 
malte Chronik gesammelt und zum Teil abgeschlossen, was 
für das damalige Rom sehr bedeutend ist. Seit der Aus: 
bildung des Kirchenstaats, seit dem Anwachsen der Macht 
nicht nur der Papste, sondern auch der Bischöfe, deren Bis: 
tümer reiche Jimnnnitäten wurden, machte sich das Bediirsniß 
fiihlbarer, die Geschichte der Kirchen in geordneter Reihen: 
folge ihrer Bischöfe und als deren Lebensbesdhreibung der
        

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