Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-315077
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-320103
Die 
Mosaiken 
im 
Tric1inium 
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Le 
l1l. 
463 
Ströme entspringen; er trägt ein geöffnetes Buch, worauf 
die Worte Pax vobis zu lesen sind, während die erhobene 
Rechte die zuhörenden Jiinger belehrt, denn diese stehen zu 
beiden Seiten, mit über den Händen aufgeschürztem Gewand, 
bereit, nach empfangener Lehre in die Welt zu wandern, 
wie dies die Unterschrift andeutet: ,,Gehet und lehret alle 
Völker und taufet sie im Namen des Vaters, des Sohnes 
und des heiligen Geistes, und siehe W bin bei euch alle 
Tage bis an der Welt Ende.tt Eine zweite Inschrift um 
den Bogen her sagt: ,,Ehre sei Gott in der Höhe, und aus 
Erden Friede den Menschen, die da Gutes wollen.H 
Zur Rechten und Linken dieses Gemäldes stellen zwei 
Parallele Scenen die Harmonie beider Gewalten und ihre 
göttliche Verleihung an deren oberste Träger dar, hier an 
den Papst Sylvester und Constantin den Großen, dort an 
Leo1lI. und Carl den Großen. In jener Zeit erinnerte 
man sich sehr lebhaft an Constantin, den ersten Stifter der 
Reichskirche, welchem man soeben die Sdhenkung Ro1n7s und 
Italiens an den Papst angedichtet hatte. Die neuen Ver: 
hältnifse, in welGe der Nachfolger Sylvester7s durch seine 
Verbindung mit dem Frankenkönige getreten.war, boten von 
selbst die Parallele dazu dar. Der Mächtigste Herrscher des 
Abendlandes, der König ,Jtalien7s und Patricius der Römer, 
der Befi.eger so vieler heidnischer Völker, wurde von den 
Priestern bereits der neue Constantin genannt, und er über: 
traf den alten Kaiser durch den Umfang wirklither und 
C Euntes docete 0mnes gentes baplizantes e0s in nomine Pat1sis, 
et. FiIii et Spjrjtus 8anctj  und Gsk0ria in excelsis Deo, et in 
tara pax h0minjbus b0nae volunta.tis. In der Mitte der TribUne 
der Name Leo mit dem Monogramm Christi verschlungcn.
        

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