Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-315077
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-319628
ZÜnfte. 
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Miles wurde jeder einzelne in der Militia dienende Bürger 
genannt, und schon im VI1l. Jahrhundert war dieser Titel 
als ehrenvolle Auszeichnung des Standes in GebrauO.1 
Die Nnmeri waren in dieser Epoche überhaupt in den nicht 
langobardischen Städten wesentlich die aus den waffenfähigen 
Vollbiirgern gebildete Stadtmiliz, welche zugleich die politi: 
schen Rechte der Bürgerschaft vertrat, daher der EJxerc.itus 
R0manus bald mit dem senatus P0pulusque R0manus 
identisch wurde, und in dieser Eigenschaft bei den Papstwahlen. 
so bedeutend austreten konnte.2 
Dasselbe Zunftwesen erstreckte sich durch alle Klassen der 
römischen Bürgerschaft, und obwol für unsere Periode in 
Urkunden Ziinfte Rom9s außer den Milizen und Peregrinen, 
den Notaren und päpstlichen Sängern nicht besonders ge: 
nannt werden, so waren sie doch unzweifelhaft vorhanden. 
Es gab damals Jnnungen der Notare oder Tabellionen 
Cscho1a f0rensium in Ravenua3, wie der Aerzte, Hand: 
werker, Kaufleute und Gewerbenden jeder Art. Solche Kör: 
perschaften, nach dem Handwerk auch artes genannt, besassen 
ihre Statuten oder Pacsta; die Mitglieder zahlten beim Ein: 
tritt eine vorschriftmäßige Summe und beschworen die In: 
nungsgesetze. Ein Prior oder Primicerius leitete die Auge: 
legenheiten des Vereins, machte über die Aufrechthaltung des 
Römische 
Zünf:e. 
Djp1, VI. 191. Register von Subiaco p. 140, und Marini Pap. n. 136. 
Jch Vermute, daß diese Güter des publicns numerus miljtum jetzt 
den Begriff von städtifchen Communalgütern hatten. 
4 Die Collection Deusdedit nennt römische Bürger als Milites; und 
Carl der Große selbst War MfIcs der Kirche. 
T Diesen Begriff der Numeri hat Be1hmann:Hollweg ,,Urfprung 
der Lombardifchen Städte:Freiheit,U Bonn 1846, S. 182 sq. treffend 
entwickelt.
        

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