Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-315077
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-319508
der 
Zustand 
Wissenschaften 
Rom. 
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ditioneller Ehrfurcht als die Mutter der sieben humanen 
Künste betrachtet, wenn sich audh kein Genie mehr in ihnen 
erhob. Nur die Musik blühte in der von Gregor errichteten 
Schule des Lateran: die Regeln des Kirchengesanges wurden 
in ihr bewahrt; die Carolinger holten sich von dort Meister 
des Gesanges und Orgelspiels, oder ließen fränkische Mönche 
im Lateran unterweiseu. Unter anderen gab Hadrian CaIsl 
zwei berühmte piipstliche Sänger Theodor und Venedict mit; 
der König stellte den einen in Met3,, den andern in Soissons 
als: Lehrer des römisöhen Kirchengesanges an. Doch diese 
Männer klagten, daß sie den Kehlen der barbarisch krächzenden 
Franken niemals einen Triller zu entlocken vermochten.1 
Die geistliche Musik blühte also in Rom unter dem Schutz 
der heiligen Eäcilia, aber die Muse der Poesie wurde kaum 
mehr gehört. Die Cultur der profanen Poeten oder Redner, 
Musiker. 
die im Xl. Jahrhundert hie und da wieder aufzutauchen 
begann, war seit dem Sturz des Gothenreidhs verkommen, 
und Gregor der Große mochte zu ihrem Ruin viel beigetra: 
gen haben. Freilich gab es nach dem V.,Jahrhundert noch 
einige Mythographen, welche die Fabeln der Alten erklärten 
und kurz zusammenstel1ten, doch ist es fraglich, ob sie in 
Rom schrieben. T Nach Arator trat dort kein Poet mehr auf; 
diese Aufschriften über Schnlgebäuden von römischen Lehrern herrührten. 
 Jn der Schule von Tours las man in dem Saal, wo die Copisten 
abschrieben, Verse des Alcuin, welche ihnen Sorgsamkeit anbefahlen: 
.J. J. Ampere, Hist. Littiätsaire de Ia France etc. III. 74. 
4 Tk9mu19,s vel vjnnulas, sive c011jsjbi1es veI secabiles v0cess in 
cantu non p0teraI1t perfeete exprimere Fra.ncsj, nat11rali voce bars 
barica frangentes in g11t.ture v0ces, sagen die Annales Lauris8. A. 787, 
M0n. Gserm. I. 
2 Angelo Mai gab im Tom. I11. der C1assic. Auct.0r. drei Vati: 
canifche Mythographen heraus. Jm s8ECi VI. schrieb noch ein Bischof 
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