Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-315077
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-319064
Der 
Patricia 
CarlIs. 
359 
Gerichtsbarkeit, welche ihm vertragsmäßig in den Län: 
dern zuftand, durch Carl Einbuße zu erleiden. E Ein 
anderer Fall hatte ihn schon früher belehrt, daß sein könig: 
licher Freund keineswegs gesonnen.sei, ihn unbeschränkt 
schalten zu lassen; denn nur auf Grund von unbesonnenen 
Reden hatte Carl den päpstlichen Nuntius Anastasius an 
seinem Hofe festnehmen lassen. Er hatte das Völkerrecht 
gegen einen Gesandten verleHt und nicht minder despotisch 
gehandelt, als einst Leo der Jsaurier. Der Papst stellte 
sich, als sei die Festneh1nung eines Nuntius eine seit Men: 
schengedenken unerhörte That, und forderte von Carl die 
Auslieferung seines Boten an das Gericht in Rom. Er 
warf zugleich dem Könige vor, daß er zwei aus Rom ge: 
fluOtete Rebellen Paschalis und Saracinus in voller Gunst 
an seinem Hof behalte, und er beschwor ihn diese Verbrecher 
den römischen Gerichten auszuliefern.2 
Den Papst erschreckten bald noch stärkere Forderungen. 
Jm Jahr 788 oder 789 verlangte Carl das Beftätigungs: 
recht der Erzbischofswahl in Ravenna; denn nach dem Tode 
des Erzbischofs Sergius seien fränkisdhe Boten bei der Wahl 
seines Nachfolgers L.eo zugegen gewesen. Könnten wir das 
Memorandum Carl7s noch lesen, so würden wir sicherlic; darin 
finden, daß er sich auf die Rechte feines Patriciats auch in 
Beziehung auf Ravenna berief. Dieses Prädicat hatte mit der 
Zeit eine veränderte Bedeutung erlangt; wenn es noch Pipin als 
eine bloße Auszeichnung trug, war es bei dem Eroberer von 
Italien, dem neuen Langobardenkö11ige, von selbst zu einem 
mächtigen Recht geworden. Was war zumal natiirlicher, als 
Carl macht 
feinen Paris 
triciat, 
C0d. Carol. LXXV. bei Cenni LXXVl. 421 
Dieser wichtige Brief ist L, bei Cenni LXI. 
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