Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-315077
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-318451
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Viertes Buch. 
Capitel. 
Drittes 
Paul I. war der erste aller römischen Bischöfe, welcher 
sich als ein Landesherr auf den priesterlichen Stul Rom,s 
setzte, denn er übernahm als Papst den bereits gegründeten 
Kirchenstaat, und mit ihm auch den Widerspruch der Römer, 
welche, gleichsam aus einer Betäubung erwachend, in ihrem 
Bischof ihren Dominus zu erkennen, zu hassen und bald zu 
bekämpfen begannen. Paul hatte noOh vor seiner Weihe dem 
Wolthäter und Verteidiger der Kirche, dem ,,neuen Moses 
und Davids, seine Erhebung angezeigt, in denselben Formeln 
untertäniger Höflichkeit, wie seine Vorgänger gewohnt waren 
die ihrige dem Exarchen zu melden. So wurde zum ersten: 
mal anerkannt, daß der Frankenkönig in Bezug auf die 
römischen Verhältnisse in dessen Stelle getreten war. Die 
Rücksicht auf den mächtigen Pipin, den Patricius der Römer, 
war ein uuumgängliches Gebot der Lage, in welcher sich 
der neugewählte Papst befand, doch sie berechtigt nicht zu 
dem Schluß, daß dem Frankenkönig das directe Veftätigungs: 
recht der Papftwahl gegeben war. Paul schrieb an Pipin 
mit ängstlicher Vorsicht: obwol vom ganzen Volk erwählt, 
habe er es für gut befunden, den fränkischen Boten Jmmo 
bis zu seiner Weihe in der Stadt zurückzuhalte1c, damit er 
sich von seiner und aller Tadellosigkeit und Anhänglichkeit 
an die Franken überzeugen könne; er versicherte dem Könige, 
daß er und sein Volk mit Leib und Seele, und bis zum 
Tode ihm treu ergeben bleiben witrden.1 Pipin antwortete 
durch einen Glückwunsch, und bald darauf durch die Auf: 
forderung an Paul, Gevatter seiner Tochter Gisela zu wer: 
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