Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-309813
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-314686
der Römer 
Unwissenheit 
Gothen. 
über die 
447 
Arbeit für gothisch:  denke, so sagt derselbe Bildhauer, 
sie sind aus der Zeit, als das arme Jtalien von den Go: 
then beherrscht war, nnd ich erinnere mich gelesen zu haben, 
daß sie an dem genannten Tor eine große Niederlage erlitten. 
Vielleicht waren sie von jenen Hauptleuten, die in jenem 
Sturme umkamen, und sie wollten an dem selben Ort wo 
sie starben auch begraben sein.U 
Ergöglich ist der in Rom bei so später Zeit verbreitete 
Glaube, nicht allein daß die Gothen viele SchäHe in der 
Stadt vergraben, sondern daß sie die Orte bezeichnet hatten, 
und ihre Nachkommen darum wußten. So groß war die 
Unwissenheit, daß man noch am Ende des xV1. Jahrhun: 
derts glaubte, Gothen lebten noch irgendwo in der Welt, 
und sie kämen heimlich nach Rom, um nach den SchiiHen 
ihrer Vorfahren eifriger zu graben, als es ohnedies schon 
manche Cardinäle thaten. Hievon erzählt Flaminio Vacca 
mit köstlicher Einfalt dies: 
,,Es sind viele Jahre her, daß ich einmal die Alter: 
tiimer besehen ging. Ich fand mich vor dem Tor von Sau 
Bastian an Capo die Bove Ldas Grabmal der Cäcilia Me: 
tellas; weil es regnete, trat ich in einer kleinen Osterie 
unter, und wie ich so wartete und mit dem Wirt redete, so 
sagte er mir, daß vor wenigen Monaten hier ein Mensch 
nach etwas Feuer gekommen sei, und des Abends kehrte er 
mit drei Begleitern zum Abendessen wieder, und darauf 
gingen sie weg, aber die drei Begleiter sprachen kein Wort; 
und dasselbe geschah drei Abende hinter einander. Der Gast: 
wirt schöpfte Verdacht, daß diese etwas Böses vorhätten, und 
beschloß sie anzuklagen; wie sie nun einen Abend wie ge: 
wöhnlich gegessen hatten, so folgte er ihnen mit Hülfe des
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.