Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-309813
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-313516
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Zweites 
Buchs 
Drittes 
Capitel. 
suchten; sie bestachen die einflußreichsten Senatoren und 
Beamte am Hofe durch Geldgeschenke, und um diese auf: 
zubringen, verkaufteu sie ohne Scheu sogar die Güter ihrer 
Kirchen und die Gerätschasten der Altare. In Folge dieser 
Mißbräuche hatte der Senat schon unter Felix IV. ein Gesetz, 
erlassen, welches den Kauf des päpstlichen Amts verbot; diesen 
Senatsbeschluß, den leHten Romis, von dem wir Kunde haben, 
sJFH;Je1;Jn Senatsbeschluß, den leHten Rom7s, von dem wir Kunde haben, 
die Simonie. bestätigte der König Athalarich nach der Erwählung Johann9s I1.; 
er befahl, ihn in Marmor einzugraben und vor dem Atrium 
des S. Peter aufzustellen. 1 Schon dieses denkwürdige Decret 
lehrt, welchen großen Anteil der Senat an der Papstwahl 
rechtmäßig besaß, und ferner, daß zu jener Zeit die königliche 
Regierung selbst in disciplinarischen Angelegenheiten der 
Kirche GeseHe gab. Jn solkhen Arten führte die glorreiche Körper: 
schaft Rom7s, einst die Regiererin der Welt, noch ein leHtes 
Scheinleben fort, ehe sie ganz erlosch. 
Das römische Volk selbst gibt kein Lebenszeichen von 
sich. Den Augen des Herrschers fern, von den Provinzen 
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wie 
Vor, 
doch 
kärglicher 
genährt, 
wurde 
es 
UUk 
bis: 
weilen 
durch 
Teuerung 
aus 
s einer 
Lethargie 
CUfgeftk;reckk, 
und mochte dann Tumulte erregen, oder zum Argwohn rebel: 
lischer Gesinnung Veranlassung geben. Dies scheint einmal 
unter AthalarichB Regierung der Fall gewesen zu sein, wo 
der Papst Johann sich beschwerte, daß Römer wegen des 
bloßen Verdachts in langem Gefängniß gehalten würden.2 
Aber bald sollte die Stadt aus diesem Zustand eines ruhigen, 
doch ruhmlosen Glücks unter gothischer Herrschaft in die 
furchtbarsten Leiden des Kriegs hinein gerissen werden; eine 
1 Var. 1x. 16. und Athalarickys Brief an den Papst Johann, lX. 
T Var. lX. 17. 
        

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