Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Stadt Rom im Mittelalter
Person:
Gregorovius, Ferdinand
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-309813
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-312031
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Erftes. 
BuChs 
FÜUftes 
Capitel. 
Persephone, auf einem Trone von Cypresfenholz sitzend, in 
ihrem merkwürdigen Grabmal sich noch Jahrhunderte erhielt.1 
Ihr seltsames Leben begleitete den Fall 
Rom, wie das Leben der Kleopatra jenen 
des kaiserlichen 
der römischen 
Republik. Es ist überhaupt eine in der Geschichte bemerk: 
bare Erscheinung, daß in Epochen des VerfalIs sich Gestalten 
von Frauen erheben, deren Einfluß auf die Zeiten groß, 
und deren Schicksal zugleich ihr Sittengemälde ist. Die Pe: 
riode des sinkenden Rom bezei6hnen im Qccident wie im 
Orient Placidia, Pulcheria, Eudocia, Eudoxia, und Honoria, 
der Placidia Tochter, Frauen, welche das wüste Dunkel jener 
Epoche durch menschliche Leidenschaften erhellen und mildern. 
Und es gibt unter allen Lebensgeschichten berühmter Frauen 
wenige, die durO geschichtliche Bedeutung größer, vielleicht 
nicht eine, die durch die Menge wechselnder und abenteuer: 
licher Ereignisse, durch den Reiz der Scenen oder der Locale 
erstaunlicher gewesen wäre. Die Tochter des großen Theo: 
dosius, und die Schwester des Honorius, war von Alarich 
als ein Mädchen von einundzwanzig Jahren gefangen naO 
Calabrien entführt worden; dem Gothenkönige Ataulf ver: 
mälte sie sich in Narbonne, und nachdem sie ihren mit ihm 
erzeugten Sohn Theodosius in Barcelona begraben, und den 
Gemal selbst im Jahre 415 durch Meuchelmord verloren 
hatte, wurde sie von dem Mörder Singerich schimpflich aus 
dem Palast gestoßen, mit Ketten belastet und gezwungen, 
zwölf Millien vor seinem Pferde her zu Fuß zu gehen. Nach 
Ravenna ihrem Bruder zurückgesandt, sah sich die Wittwe 
      
Maufoleum der Placidia in Ravenna, 
merkwürdigsten Denkmäler Jtaliens. 
ad am1. 450. Das mvsaicirte 
so wol erhalten, ist eins der
        

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