Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Rom in der Renaissance von Nikolaus V. bis auf Julius II.
Person:
Steinmann, Ernst
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-306616
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-306968
Rom 
der Renaissance. 
erhalten, die nach Nicolaus V. ihren Namen trägt und ihmsvielleicht sogar einmal 
als 2lrbeitszimmer gedient hat. 
Wer sich Vergegenwärtigen will, was Fra 2lngelico in seinen Tafelbildern und 
vor allem im Kloster von San 2Narco geleistet hatte, ehe er als gereifter Künstler 
die Wanderung nach Rom antrat, den muss der monumentale Bilderkreis in der 
Kapelle Nicolausi V. aufs höchste überraschen. Zartsinnige 2Nadonnen und muß: 
zierende Engel, das Leben 2Narias und das Leiden des Herrn, das waren die Vor: 
würfe für den Pinsel des frommen Mö11ches gewesen; in eine durch den Glauben 
Giovanni 
2lngelico. 
Stephanu5, 
auSteilend. 
21lmosen 
geheiligte Empfindungswelt von Schmerz und Liebe hatte er seine Seele versenkt, 
und wir begreifen, daß er erst betete, bevor er zu malen begann. Nun führte ihn 
sein Geschick aus den stillen Klostermauern von Sau Z1karco in die ewige Stadt, 
an den päpstlichen Hof; eine neue Welt erschloß sich seinem Blick, die mannigfachsten 
Eindrücke drängten sich ihm auf, das alte Rom breitete alle seine Wunder 
und alle seine Schätze vor ihm aus. Aber aller irdische Glanz vermochte nicht die 
Herzenseinfalt Fra 2lngelicos zu erschüttern; soll er doch gezögert haben, eine 
Einladung des Papstes zur Friihstückstafel anzunehmen, weil ihm die Erlaubnis 
seines Priors fehlte, berichtet doch Vasari ausdrücklich in der liebenswürdigsten aller 
seiner Künstlerbiographien, daß der fromme Dominikaner, allen weltlid2en Gewinn
        

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