Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Technik der Radirung
Person:
Roller, Josef
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-298041
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-298941
UD 
Naiv 
der feinsten Strichlagen häufig vorkommt; die Firnißschicht 
würde dann möglicherweise entweder gar nicht oder nur 
theilweise durchschnitten werden. Diese Striche würden bei 
der Aehung ausbleiben oder unganz, d. h. unterbrochen 
erscheinen, gleichsam wie aus einzelnen kurzen Strichen zu: 
sam1nengeset;t. Eine Täuschung ist hierbei leicht möglich, weil 
man in diesen Fällen häufig nur den geschwärzten Ueber: 
zug. durchschneidet. Der Strich erscheint dann wohl auch 
glänzend, da die dünne, aber noch nicht völlig durchschnittene 
Firnißlage das blanke Kupfer durchscheinen läßt. 
Anfänger sind leicht geneigt, für die Ausführung be: 
ssti1nmter, selbst kräftigerer Partieen der Zeichnung allzufeine 
.Nadeln zu wählen, dürften aber bald die Wahrnehmung 
machen, daß sie so nur geringe Wirkung erzielen; es wird 
immer zu empfehlen sein, selbst für feinere Partieen 
stärkere Nadeln zu nehmen. Diese Vorschrift gilt auch nur 
im Allgemeinen; es wird andererseits mitunter nothwendig 
sein, die feinsten Nummern, selbst feine englische Näh: 
nadeln anzuwenden; jedoch immer nur in selteneren Fällen. 
Letztere ergeben nach der Aehung wohl einen sehr feinen, 
trotzdem aber sehr scharf hervortretenden Strich, weil sie 
ihrer Schärfe wegen tiefer in das Kupfer eindringen. 
 Was das Verhältniß der Entfernung zweier 
Striche von einander zur StriGbreite,anbelangt, 
so hat man zu berücksichtigen, daß das Aehwasser nicht 
nur in die Tiefe, sondern auch seitlich einwirkt, daß der 
Strich also nach der Aetz,ung immer um ein Geringes 
breiter wird, als er gezeichnet wurde, und zwar 
ist diese seitliche Einwirkung der Aet,zflüssigkeit bei breiteren 
Strichen größer als bei fein gezeichneten. Bei allzudicht 
gehaltenen, insbesondere kräftigeren Strichen werden die 
trennenden Stege, falls die Aehung eine schärfere ist, sogar
        

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