Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Technik der Radirung
Person:
Roller, Josef
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-298041
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-298851
Vorbereitung 
der Platte. 
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läßt, zu welchem Zwecke noch eine zweite Feilklobe an die 
Platte befestigt wird, worauf man die Wachsfackel bei Be: 
achtung oben erwähnter Vorsicht unter der Platte hin 
und her bewegt. 
Die Wachsfackel erhält man durch Zusammendrehen 
von drei oder vier Strängen eines gewöhnlichen Wachsftockes; 
für kleinere Platten genügt eine Wachskerze mit starkem 
Dochte.  
Das 
Bansvcrfahrcn. 
Nun folgt das Aufbringen des U1nrisses durch 
Anwendung des Bansverfahrens. Das gewöhnlichste besteht 
darin, daß man fein geschlämmten Röthel 1nit scharfer 
Klinge schabt nnd mit dem Finger und zum Schlusse noch 
mit dem Ballen der Hand auf ganz feinem Pflanzen: 
papier möglichst gleichmäßig verreibt. Ob die richtige Stärke 
des Tones erzielt wurde, ermittelt man durch Versuche. 
Die Zwcckmäszigkeit des Verreibens n1it bloßer Hand 
liegt darin, daß der Röthel durch die fettigen AusschwiHungss 
producte der Haut, welche ihm in wenngleich nur ganz feiner 
Schicht mitgetheilt werden, eine gewisse Bindung erhält; 
legt man nun das Blatt auf die Firnißoberfläche, so wird 
dieselbe von dem Röthel nicht verunreinigt werden, selbst nicht 
durch den Druck der leicht anfruhenden Hand.  
Trägt man jedoch den Grund mittelst eines Wischers, 
eines Leinen: oder Lederlappens auf, so bleibt der ganze 
Röthelstaub zu locker in seinem Gesiige, färbt auf die Firnißs 
schicht ab und Striche, die man mittelst eines so zubereiteten 
Pflanzenpapiers ausbringt, werden verschwommen nnd nicht 
genug scharf erscheinen.
        

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