Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Technik der Radirung
Person:
Roller, Josef
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-298041
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-298666
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Vorbereitung 
der Platte. 
Einschnitte in den Stamm gewonnen wird, besteht aus 
1ichtgelblichen, durchsichtigen und rundlichen Körnchen, denen 
ein schwach balsa1nischer Geruch und Geschmack eigenthüinlich 
ist. Der Mastix ist spröde und leicht zu einem feinen Pulver 
vertheilbar, er schmilzt bei l080 C., ist in kaltem, absolutem 
Alkohol zum Theile löslich; vollständig aber in zwei Volum: 
theilen rectificirter Terpentinessenz. Diese Lösung bildet dann 
den gewöhnlichen Gemäldefirniß. Das Mastixharz besteht 
eigentlich aus zwei verschiedenen Harzen, von welchen sich 
das eine in Alkohol löst, während das andere selbst in abso: 
luten1 9llkohol nur zum Theile löslich ist. Schwefel: und 
Salpetersäure üben aufdasselbe nur eine geringe Wirkung aus. 
I  Wird Mastix erwärmt, so bläht er sich zuerst auf; 
wird er, nachdem er eben geschmolzen ist, vom Feuer entfernt, 
so verliert er feine physikalischen Eigenschaften nicht; bei 
erhöhtem Hitz2egrade verändert er seine Farbe, er wird bräun: 
lich, dann braun und stößt reichlich weiße Dämpfe aus, die 
einen eigenthümlichen starken Geruch besiHen. Ueber l200 
erwärmt, destillirt ein fliichtiges Oel, welches die Lösung 
anderer Harze energifch vermittelt. Ueber 2000 erhitzt, ver: 
bleibt ein Rückstand von pechartiger Consistenz, der sich dann 
in lange Fäden ziehen läßt. Auf eine MetalIplatte aufgebracht, 
haftet er auch nach dem Erkalten fest auf derselben. 
Diese Eigenschaften erklären hinlänglich die Funetion 
dieses Harzes bei der Bereitung des AeHgrundes. Mastix 
bildet durch den Einfluß des ziemlich hohen Hitzegrades, 
welchem er mit den anderen Materialien bei der Firniß: 
bereitung ausgesetzt ist, nicht wie man glauben sollte, den 
durchsichtigen und brüchigen Bestandtheil der Masse. Da er 
sich mit den anderen Harzen sehr gut verbindet, so eignet 
er sich als Zuthat zum Aet;zgrunde in vorziiglicher Weise, 
denn er bleibt auch nach seiner Zersetzung nentral gegen die
        

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