Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Technik der Radirung
Person:
Roller, Josef
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-298041
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-299644
l09. 
Schabsti1h. 
Obgleich zur ersten Gruppe gehörig, aber doch ganz 
verschieden von den gedachten Sticharten, ist der Stich in 
Schabmanier, der Mezzotintostich oder auch schwarze 
Kunst gena11nt. Bei diesem handelt es sich zunächst um die 
Hervorbringung eines rauhen, gekörnten Grundes aus der 
Platte, so daß ein Abzug von dieser vollkommen schwarz 
erscheinen müßte. Dieser Zustand der Platte wird durch 
stählerne Halbwalzen, die sogenannten Granirwalzen her: 
vorgebracht, welche an ihrem Umfange mit dicht aneinander 
gereihten Zähnen versehen sind und welche in etwa 20 bis 
25 Touren, jede wieder nach drei Richtungen über die Platte 
geführt werden. Auf diesen Grund wird die Zeichnung übertragen 
und mit dem Pinsel nachgezogen. Nun verfährt man in ähnlicher 
Weise, als ob man mit weißem Kreidestifte auf getontem Grunde 
zu zeichnen hätte, nur daß hier der Stist durch das Schab: 
eis en vertreten wird. Mit diesem wird nämlich das Korn der 
Platte mehr oder minder, je nach der Abtonung, welche das 
Vorbild zeigt, herausgeschabt, die hellsten Lichter selbstver: 
ständlich so weit, daß das Korn wieder ganz verschwindet; die 
dunkelsten Stellen hingegen bleiben ganz rauh und werden 
überdies noch mit dem Grabstichel an den Contouren und an 
den kräftigsten Stellen vertieft. Auch der Polirstahl wird zum 
Ausgleichen einzelner Stellen, sowie zum Glätten der hellsten 
Lichter mit Vortheil angewendet. 
Die Schabstichblätter, deren Schönheit vorzugsweise 
von der technisch vollendeten, also möglichst gleichmäßigen 
Granirung abhängt, machen den Effekt von kräftig getuschten 
Federzeichnungen; zarte Uebergänge gelingen sehr gut, doch 
entbehren diese Blätter das Bestimmte des Umrisses und 
auch der Modellirung; kleine Details sind nur schwer mit
        

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