Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Technik der Radirung
Person:
Roller, Josef
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-298041
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-299494
Reto1ushe der 
Kupferplatte. 
107 
gefallen fein sollte, besteht in der Anwendung einer, am besten 
aus Kautschuk gegosfe11en, um die horizontale Achse drehbaren 
und mit passenden Handhaben verfehener Walze, wie sie auch 
aus anderen Stoffen, wie Leder, Gnttaperch a, Leim 2c., 
für lithographische Zwecke verwcndetiwird. Dabei verfährt 
man auf folgende Weise: 
Es wird auf eine scharf erwär1nte Metall: oder Stein: 
platte gewöhnlicher, im Wasserbade mit Lavendel: oder Nelkenöl 
bis zur Consistenz des Milchrahms gelöster Kugelfirniß aus: 
gebreitet und die Walze über diese Stelle so geführt, daß die 
ganze Mantelfläche des Walzencylinders mit Firniß belegt 
erscheint. Nun rollt man die Walze auf einer firuißfreien 
Stelle besagter Metall: oder Steinfläche und noch etwa auf 
einer zweiten ganz reinen Stelle ab, damit aller übermäßig 
anhastende Firniß entfernt werde nnd nur eine überall gleich: 
mäßig dünne Schicht auf der Walzenoberfläehe haften bleibe. 
Nun führt man die Walze über die zu grundirende, eben: 
falls nur ganz mäßig erwärmte Platte mit sanftem und 
gleich1näßigem Nachdrucke, bis alle Stellen gedeckt erscheinen, 
mit Ausnahme der bereits vertieften Striche. 
Die peinlichste Reinlichkeit ist dabei die Hauptsache; der 
Deckgrund, d. h. der gewöhnliche Kngelfirniß muß von vor: 
züglicher Qualität und insbesondere hon1ogen in seiner Masse 
sein. Bei alledem wendet man die Walze nur sehr ungern 
an; feinere Arbeiten werden stets bei diesem etwas snn1ma: 
rifchen, von allerlei unberechenbaren Zusälligkeiten abhängigen: 
Verfahren oft wesentlich alterirt; Firnisztheilchen dringen leicht 
in einzelne Stellen des Strichei5 ein nnd werden dadurch, 
daß an diesen die AeHfliissigkeit nicht angreifen kann, Ursache 
von störenden Unvollkommenheiten.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.