Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Großherzog Carl Alexander
Person:
Wildenbruch, Ernst von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-290571
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-290799
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Freilich nicht die erste Bethätigung Carl Alexanders auf dem 
Gebiete der bildenden Kunst überhaupt. Diese war schon früher 
in Gestalt eines Unternehmens erfolgt, durch das er sich ein 
Denkmal gesetzt hat, wie es leuchtender über Lande und Zeiten 
dahin nicht gedacht werden kann, durch den Neubau und die 
Wiederherstellung der Wartburg. 
Mag man auf die Wartburg kommen, wann man wolle und 
von wo es sei, sie wird neben allem Schönsten, was man gesehen 
hat, immer in gleicher Linie stehen. Ein unaussprechlicher Zauber 
wohnt ihr inne, anziehend für Jeden, überwältigend für das 
deutsche Gemüth. Denn, wenn unser Blick von dort oben hinaus: 
geht über Thüringens waldbedeckte Höhen, so spricht eine Stimme 
in uns und verkündet uns, daß wir uns mitten im Herzen Deutsch: 
lands befinden. Immer habe ich es daher als eine schöne symbo: 
lische Fügung betrachtet, daß dieser herrliche Ort, an den sich die 
heiligsten Erinnerungen der deutschen Geschichte knüpfen, den die 
lieblichsten Sagen der deutschen Volksdichtung umblühen, dem 
deutschesten aller deutschen Fürstengeschlechter, dem Hause Sachsen: 
Weimar zur Obhut gehört. Und wie hat Carl Alexander dieses 
ihm anvertraute nationale Gut gehütetI O Du edler, theurer, 
Du im Leben so oft nicht erkannter Mann, wenn die Deutschen 
alle wüßten, wie Du ihre Wartburg geliebt hast, sie müßten Dich 
lieben schon um dieser Deiner Liebe willens Nicht einen Bericht 
will ich hier verfassen über die Baugeschichte der Wartburg, nicht 
aufzählen Alles, was Großherzog Carl Alexander zu ihrer Aus: 
schmückung gethan, das möge anderen Ortes geschrieben und gelesen 
werden  ich will nichts weiter thun, als zurück gehen in meiner 
persönlichen Erinnerung, einen Weg von beinahe zwanzig Jahren, 
bis zu einer Reihe von leuchtenden Herbsttagen, zu Anfang der 
Achtziger Jahre, während deren ich mit dem inzwischen verstorbenen 
damaligen Theater:Jntendanten Freiherrn v. LoisSn als Gast des 
Großherzogs auf der Wartburg weilte. Was ist es, das meine 
Gedanken so an jene Tage gebannt hielt, daß sie jeht, in dieser 
schweren Stunde vor mir auftauchen, wie alte treue Freunde, die 
nie fort gewesen, die immer dagewesen sind, nur daß man den 
Kopf von anderen Dingen voll gehabt und ihrer nicht geachtet 
hatP Jst es die Erinnerung an den unermeßlichen, rings um:
        

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