Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit.
Person:
Raumer, Friedrich von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-290565
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3871383
672 
Haummst. 
und am allerwenigsien wahrhaft neuer Geist, neue Ideen 
und neue Kunst. Wenn der Unterriäztete an die wider: 
wcirtige Krankheitsgesrhichte der Byzantiner denkt, ihre Aus: 
artung in jeder Beziehung, ihren elenden Staat, ihren 
laßerhaften Hof, ihre kirchliche Abgefiorbenheit; so kann er 
nicht begreifen, wie dort der Sih, richtet Wissenschaft und 
Kunst habe seyn können. Allein es fehlt dafür auch an 
Beweifen.  Unter allen aufgesiapelten Schaden der Kunst 
und Wissenschaft achtete man fast nichts als das typisch 
Unvo1lkommene, und, anderer Künste hier nicht zu erwäh2 
neu I, ist seit Jusiinians Bau der Sophienkirahe von keinem 
großen Werke mehr die Rede, obgleich es nicht ganz an 
Bauwerken, sehr verschiedener Art gefehlt haben Latini. is 
,,,Wollt ihr, hören wie einwenden, diese Einwirkung lciugnen, 
Vergeßt ihr, um nur an Eines zu erinnern, die Markus: 
kirche in Venedig2H Zur Antwort: diese Kirche hat mehr in 
Nebensachen, als im Wesentlichen eine Aehnlichkeit mit by: 
zantischer Bauart3; auch find noch mehr Kirchen als nach 
der Sophienkirche, im Abendlande nach der Auferstehungzs 
kirehe gebaut, so daß man auch von einer jemsalemischen 
Baukunsi sprechen müßte. Aber gerade Venedig, wo der 
Zusammenhang mit Konsiantinopel ans größten, die Ein: 
wirkungs am strirksTen war, zeigt ja die allereigenthümliehstk 
Baukuns1 und beweiset, wie Sitte, Form des bürgerlichem 
Lebens und eigene Kraft, ohne Rücksicht auf Naehbarlichkeie, 
der rechte Born der neuen Entwickelung waren S. 
1 comment. Gätt.iug. l79l,,p. 51. In Südita1ies und SicilsgI 
gab es noch viele Einwohner griesi1isä;m Stammes, die wir aber nicht 
Byzantiner nennen möchten. Gattula. U, il77. 
I Rucnohr Forschungen III, lS6. 
I Ebenh. III, 208.    
4 0icogoo.ks I, 498. ZU 1250 beschreibt Martin da Kaum S. 44 
den Maurku8plah und die Piazzetta ganz so wie sie heut zu Tage 
sind, nur waren ei; freilich zum Theil andere Gebäude.  Das eins 
zelne Werkmeifter und Gesellen so wie manche technische Kenntniß aus 
Konstantinopel kamen, ziehen wir gar nidht in Zweifel, wohl aber, 
daß der neue belebende Geist daher stammt.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.