Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit.
Person:
Raumer, Friedrich von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-290565
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3870605
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philogophix. 
Ruhm und Ehre ist weder der alleinige Lohn, noch der 
ausschließlich angemessene Zweck des Herrschers; vielmehr 
müssen die Könige ihren wahren und höchsten Lohn von 
Gott erwarten. Je größer Thcitigkeit, Tugend und Ver: 
dienst, desto größer der Lohn und die künftige Seligkeit. 
Eine Thrannei, welche der Menge verhaßt ist, kann nicht 
lange dauern; denn Furcht gewährt nur einen sehr schwq,. 
chen Schutz, ja sie fühit oft zur rücksichtslosen Verzweif2 
lung. Gute Könige finden schon auf Erden reichlichen irdi: 
schen, soswie inneren Lohn; Tyrannen hingegen die ver: 
diente Srase. Der König soll seinem Reiche vorstehen, wie 
die Seele dem Körper und Gott der Welt. 
Die geistliche Leitung, die Führung zum Himmel und 
zur Seligkeit ist nicht den Königen, sondern den Priestern 
und insbesondere dem Papste anvertraut, welchem also die 
weltliehen Herrscher untergehen sind. Umgekehrt war das 
heidnisrhe Priesterthum dem Staate unterthan, weil es nur 
Irdisches und Zeitliches bezweckte. 
Bei Gründung eines Staates ist wesentlich zu berstet; 
stchtigenI: gemcißigtes und gesundes Klirna, Sicherheit, 
Fruchtbarkeit, Taugliehkeit zum Handel u. s. w. Kaufleute 
kann man aus einem Staate nicht ganz ausschließen, da 
est kein Land giebt, welches alle Gegenstände des Bedarfes 
und Berbkauehes selbst erzeugte, oder entbehrliche Dinge 
nicht zur 2lusfuhr darböte. Der Herrscher bedarf zum 
guten Regieren eines bedeutenden eigenen ReichthumH, da; 
mit nicht alles Erforderliche von den Unterthanen genommen 
werden müsse; eben so bedarf er eines Schatzes für unge: 
wöhnliche Ausgaben. 
 Eine despotisehe Regierung, welche nur das Verhältnis 
von Herren und Knechten übrig läßt, ist verwerflich. In 
jedem Staate find Beamte nothwendig, welche wie Glieder 
zum Haupte passen müssen. Bloß für Geld angenommenen 
Beamten cmercennrii3 liegt selten das allgemeine Wohl 
Gib.
        

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