Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit.
Person:
Raumer, Friedrich von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-290565
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3867439
Kircl1enlel1re. 
Dreieinigkeit. 
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Testamente der Ausspruch: ,,böre Israel, dein Gott ist ein 
einiger Gott;ii für die Mehrheit der Personen hingegen die 
Stelle: ,,laßt uns Menschen schaffen nach unserem Bilde.i4 
Jesaias sagt: ,,heilig, heilig, heilig ist unser GottzH das 
dreimal Heilig bezeichnet die drei Personen, das Wort Gott, 
die Einheit des Wesens, Nicht minder oft wird der hei: 
lige Geist erwähnt: schon nach dem alten Tesiamente schwebte 
er über den Wassern; in seinem Namen soll getauft wer: 
den, er zeuget im Himmel U. s. w. Wir erkennen in sei: 
nen Werken nicht allein Gott, sondern auch die Dreieinheit: 
denn der Ursprung und Anfang kommt vom Vater, die 
Gestalt und Schönheit vom Sohne, die Güte und Gnade 
vom heiligen Geiste. Gott zeugte aber im Sohne nicht 
einen zweiten, verschiedenen Gott, oder sich selbst noch ein: 
mal; wohl aber eine zweite Person, die im Wesen ihm 
gleich ist. Gott zeugte nicht das göttliche Wesen sessentiamJ, 
noch das Wesen den Sohn, noch das Wesen ein zweites 
Wesenhaftes I. Das Wesen ist allen Dreien gemein, also 
auch das Göttliche, die GdtthEik.  Ob Gott mit phek 
gegen seinen Willen den Sohn zeugte, ob er mit oder gegen 
seinen Willen Gott sey, kann nicht gefragt werden; da in 
Gott das Wissen und Wollen mit dem Sehn zusammen: 
stillt. Ob ferner der Vater als Erzeuger vor dem Sohne 
etwas voraushabe, erläutert sich durch die Betrachtung, 
daß der Sohn zwar zeugen könnte, aber nicht soll oder 
muß, weil sonst eine unendliche Reihe von Zeugungen ein: 
träte; daß der Vater nicht Sohn, der Sohn nicht Vater 
seyn kann, und auf diese Weise das Gleichgewicht zwischen 
beiden hergestellt seyn möchte. Das Sehn ist in Gott kein 
Zufcilliges, sondern ein Nothwendiges Cessentia, non 
accidensJ; da nun jede Veränderung des Seyns ein Zu: 
fcilliges, ein Ersterben ist, so ist Gott allein unveränderlich, 
schlechthin unsterblieh. 
Lib.
        

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