Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit.
Person:
Raumer, Friedrich von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-290565
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-3866340
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1Regalie, 
spolie. 
derungen entsagten.  Tüchtige Herrscher kamen aus eigc: 
nem Antriebe in solchen Fällen den bedrückten Kirchen zu 
Hülfe: so verbot z. B. Kaiser Friedrich I streng alle Er: 
pressungen dieser Art, bei Strafe doppelten Ersatzes1; im 
Allgemeinen aber gebührt den Pcipsten das .Hauptverdienit, 
weltlirhen Eingriffen mit Erfolg widersprochen zu haben. 
Jnsbesondere verdienen hier zwei Abgaben oder Lasten 
Erwähnung, welche, nachdem man sie eine geraume Zeit 
hindurch gefordert und getragen hatte, von den Laienfür: 
iten als unzweifelhafte Rechte in Anspruch genommen wur: 
den: nämlich das sogenannte Recht der Regalic und der 
Spolie. 
Unter Regalie verstand man die Beschlagnahme der 
Einkünfte ekledigter Bisthümer; unter Spolie die Be: 
schlagnahme des beweglichen Nachlasses der Bischöfe für den 
König2. Jenes siand mit dem Lehnrechte in Verbindung, 
vermöge dessen der Lehnsherr die Einnahmen des Lehngutes 
natürlich während der Zeit beziehe, wo kein Vasall vorhan: 
den sey, um daraus die Kosten des wegfallenden Lehndien; 
sies zu bestreiten; die Spolie forderte man, weil der Nach: 
laß jedes Bischofs herrenloses Gut und ihm nicht erlaubt 
sey darüber lelztwillig zu verfügen. Aus diesen Ansprüchen 
folgten aber mancherlei Uebel. Die Nachfolger der Bischöfe, 
in vieler Beziehung ihre nächsiberechtigten Erben, fanden 
oft den bischöflichen Palast völlig ausgeleert und in brach: 
stäblichem Sinne nur die kahlen Wände: so daß jedesmal 
große Ausgaben nöthig waren; welche um so mehr gleich 
1 lllicitas sxacti0Ikos, maximo qb ecclesiis, qaakuIa abusio Jud 
per listige tea1poka i1wIovIt. Dua1ot1t corps c1ipl0m. l, 84, Urk. l38 
 Im Jahre 1203 verließen die Geistlichen Lüttich, weil sie zu einer 
außerordentliä1en gemeinen Steuer beitragen sollten. Hüllmann Gefch. 
der Stände In. 89.  Von Friedrich I heißt es in der Wes Hart, 
manni 514: episcopis vectigs1ia et eilig. oneka iisca1ia, katione kegas 
lium imponebat. Das waren aber wohl Hoheit8rechte, oder Reichs: 
pflichten. 
2Planck lV,2, 95gll7. 
        

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