Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit.
Person:
Raumer, Friedrich von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-283733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-284624
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Sklaven. 
Freie. 
Von 
den 
Skläven 
Der freie Mann konnte in ältester Zeit seine Freiheit 
z. B. im Spiele verlieren, der Feind konnte gefangen wer: 
den: allein unter den Deutschen fand wenigstens seit Ein: 
führung des Chrisienthums, keine Sklaverei nach altheidni: 
scher Weise statt, und Slaven oder andere. von jenen be: 
zwungene Stämme sind zwar oft strenger behandelt, aber 
niemals in einen Zustand so vollkommener Nichtigkeit versetzt 
worden. Selbst diejenigen welche in den allergedrücktefien 
Verhältnissen lebten, entbehrten nieht alles Eigenthumes E und 
Erbrerhts; selbst diejenigen denen es nicht freistand sich ohne 
höhere Genehmigung zu verheirathen, traten doch, nach der 
ertheilten Genehmigung, in eine wahre Ehe und erhielten 
Familienreehte; Keinem endlich war durch Abels: oder Prie: 
sier:Herrschaft der Zutritt zu der Kirche abgeschnitten. Daß 
auf dem höchsten Standpunkte, vor Gott, Alle gleich sehen 
und das GebotHder LiebesAlle umfasse, diese Grundlehren des 
Christenthums ließen sich nie ganz verdunkeln oder zur Seite 
schieben. Es lag im Christenthum eine viel richtete und 
tiefsinnigere Demokratie verborgen, als das .Heidenthum 
je entwickelte; die christliche innere Freiheit, welche höher 
sieht, als jede äußere staatsrechttiehe, blieb unantastbar, und 
bei der Kirche fand man, zur Heilung staatsreehtlicher Mein: 
gel, eine früher ungekannte Hülfe. Sehr oft wirkten Kir: 
ehenschlüsse zur Milderung drückender Verhältnisse, und ver: 
werfliche Mißbrciuche wurden geradezu verboten. So sehte 
z. B. seine londonex .Kirohenversammlung im Jahre 1102 
fest2: der schändliche Gebrauch, Menschen gleich wie Thiere 
zu verkaufen, solliforthin nie mehr stattfinden. 
2. Von den Freien. 
Wenn man, wie so oft irrigerweise, Unter Freiheit einen 
Zustand versteht wo weder ein allgemeines Gesetz, noch eine 
I Potgiessek 536. MittekMaier I, Z. 
T cot1cil. XII, 1I00, no. 27.
        

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