Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit.
Person:
Raumer, Friedrich von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-283733
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-285431
Rechte 
des 
Kaisers. 
85 
die Gemahlinnen Heinrichs V und Lothars, zeichneten sich 
aus durch Theilnahme an den Regierungsgesehäften1. 
Die Rechte des Kaisers waren verschieden nach Zeiten, 
Ansichten und Persönliehkeiten; und während er einerseits 
die unbedingte Herrschaft der ganzen Welt in Anspruch 
nahm, fehlten ihm auf der anderen bisweilen alle Mittel, 
äußere Ordnung und Ansehn zu erhalten. Verzeiehnet fins 
der sieh eine ganze Reihe seiner Rechte2: z. B. er erhebt 
zu Fürsten und Königen worauf indeß auch ider Papst 
seine Forderungen ausdehnteI, er erklärt Krieg und schließt 
Frieden, wobei jedoch die Kriegsmittel keineswegs in sei: 
net Hand waren; und so geht die Stufenfolge hinab, bis 
zur Echtigung unehelikher Kinder. Sehr viele Rechte welche 
man aus der kaiserlichen Maehtvollkommenheit ableitete, oder 
die der Kaiser wirklich übte, gingen allmeihliclj durch freiwils 
lige Uebertragung  an Andere verloren: Anfangs nach der 
verständigen, ja großartigen Ansicht, daß nicht Alles in der 
Hand des ersten Herrschers zu seyn brauche und die höhere 
Stellung im Ganzen mehr gelte, als die Ausübung des 
Einzelnen, oft Kleinlichen. Das Bedürfniß der Kaiser, der 
Eigennuh der Untergebenen, ja um die Zeit des Falles der 
Hohenstaufen ein wildes sehmachvolles Verschleudern und 
Bersteigern aller Rechte des Thrones3 führte aber alIrnäh: 
lieh zur OhMImcbt der Könige, zur Mißhandlung der Un: 
tergedenen, zu allgemeiner Unordnung und Willkür. Daß 
die Schuld dieser Auflösung keineswegs allein die Kaisers, 
und am wenigsten die hohensiaufischen trifft, sondern guten: 
theils von Päpsten, Pralaten und Fürsten herrührt, ist in 
der Geschichtserzählung hinreichend erwiesen. 
I 0kig. guelf. l, 656. Geschichte der Hoyenft. Band l, 307, 363. 
I Mariens tl1cs. I, l021. Montag 1l, 448, 
s Essig cui. dip1. tust. I, 594. sqh5;,a, gis. 4ip1. 1, Mk, s9o 
sss59O. 
O Wanst: über den erfell der kaiserl. Würde S. 40. Vogt 
Grad usw 2cufkis die  .kzkq,.k2. und Staate: 
Gebäudes.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.