Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit.
Person:
Raumer, Friedrich von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-276453
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-280065
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die Neigung entstehe, alle und jede königliche Oberleitung 
abzuschütteln. Endlich sollte die neue Gesetzgebung nicht 
bloß Kirche undsStaat ausgleichen, nicht.bloß Adel, Geist: 
lichkeit, Bürger und Bauern versöhnen; sondern auch 
für die verschiedenen Völkersiämme passen, füreRöimer 
Griechen, Deutsche, Araber, Normannen,und Iudent So 
ungeheure Schwierigkeiten hätten sehr iiatürlich zu dem 
Versuche antreiben können, sich ihrer tnitseinem Male zu 
entledigen, das Bestehende und das Zweifelhafte gleich: 
mäßig bei Seite zu werfen, und auf dem reinen Boden 
ein ganz neues bürgerliches t, kirchliches und öffentliches 
Recht zu gründen. Aber in jenen Zeiten hatte auch das 
scheinbar Losere noch feste, tiefe Wurzeln; es stellte sich der 
gegebenen Welt keine andere erträumte gegenüber, deren 
Verwirklichung Recht und Pflicht seh; die Vorliebe für das 
allmählich Entwickelte und Erworbene war so groß, als in 
anderen Zeiten die Vorliebe für plötzliche Neuerungen; selbst 
das Verkehrte.schien.durch den Ablaufeder Zeit geheiligt, 
und man hielt damals Aenderungen, welche die Macht her: 
beiführte, immer noch für natürlicher als diejenigen, welche 
sich auf sogenannte höhere Ansichten gründen wollten.  
Daher fiel es auch dem Kaiser bei feiner neuen Gesetz: 
gebung gar nicht ein Alles neu zu machen: vielmehr erklärte 
er sich nur für den Hersteller der alten Ordnung, nahm 
diejenigen Vorschriften feiner Vorfahren unverändert aus, 
welche sich irgend mit seinen allgemeinen Zwecken vertragen, 
und bedingte sich selbst seinen Zweck durch das Gegebene 
und Bestehende. Ein solcher Mittelweg mag dem, welsher 
von Zeit und Oertlichkeit absieht, als ein Jrrweg erschei: 
neu: in menschlichen Angelegenheiten ist er der einzig mög: 
liche, und das heißt zuletzt auch der beste. Nur muß 
man freilich immer wissen, woher und wohin; und daß 
I Doch tritt das eigentliche Prsvatrecht zurück, und nur einige 
Punkte, z. B. über die Verjährung, wurdenEnach römis6hem Rechte für 
alle Einwohner bestimmt. Savigny V, 197. 
III. 21
        

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