Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit.
Person:
Raumer, Friedrich von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-269316
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-275277
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Richard 
Cöwenherz. 
I192, ermordeten Markgrafen Konrad von Montferrat fürchten; 
weshalb er sich, Italien nochmals umschiffend, zum adriati: 
schen Meere wandte, um durch Deutschland heimzukehren. 
Beinahe wäre er auf dieser Fahrt an die Küsten der ihm 
gleichfalls abgeneigten Griechen geworfen worden; und in 
dem Augenblicke, wo man diese Gefahr nur mit Mühe ver: 
mieden hatte, griffen wiederum zwei Raubschisfe Richards 
Schiff an und zwangen ihn zu einem Kampfe, dessen Aus: 
gang zweifelhaft schien, bis man hoch erfreut in der Be: 
salzung Engländer erkannte, welche nun ihren König, um 
ihn heiser zu verbergen, aufnahmen und nach Zara in 
Dalmatien überselzten. Dem sBefehlshaher dieser Stadt 
sandte Richard einen kostbaren Ring und hat für sich und 
die Seinen, unter dem Namen eines Kaufmanns Hugo 
um freien Durchzug. Aber jener antwortete: ,,nicht Hugo, 
der Kaufmann, sondern Richard der König sandte mir dies 
Geschenk, und ich habe geschworen, jeden Kreuzfahrer an: 
zuhalten. Ein Fürji, der freiwillig selbst einen Unbekann: 
ten so ehrt, verdient jedoch keine unwürdige Behandlung; 
er möge seine Gabe zuriecknehmen und frei seines Weges 
ziehen.U Die Freude über diesen Ausgang hob die ,Besorg: 
nisse nicht auf, und Richard eilte noch in der Nacht weiter 
bis zu einer zweiten Stadt, deren Befehlshaber ein Bru: 
der jenes ersien und durch ihn bereits von den Vorfällen 
unterrichtet war. Minder großmirthig, dachte dieser den 
König zu fangen und ließ durch Roger von Argenton alle 
Häuser durchsuchen, wo Pilger verweilten; auch entdeckte 
Roger den König, ward aber mit Geschenken und Ver: 
sprechungen zu der Aussage bewogen, er sey nirgends zu 
finden. Durch diese wiederholte Gefahr noch ängstlicher 
geworden, vertraute sich Richard wiederum dem Meere an, 
litt aber Schiffbruch in der Gegend von Pola und rettete 
kaum sein Leben.   
Den Vorweis schien.dies Unglück jedoch zu bringen, 
daß er nun weniger bemerkt feinen Weg fortsetzen konnte; 
allein Kaiser Heinrich VI, Herzog Leopold von Oesterreirh
        

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