Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Die Schule der Holzschneidekunst
Person:
Schasler, Max
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-238377
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-240079
1lebcrganZ;seporhe nnd Wiederaufleben der 
.Lsolzschneidekunft. 
119 
syasH U. s. f. Er soll übrigens die von ihm gefertigten Holz: 
stöcke sämmtlich verbrannt haben. 
169. Wie steht es in dieser Zeit mit dem deutfrhen .HolzsIIJnitt7 
Schlecht genug, sofern von einer eigentlich kiinstlerischen 
Behandlung des Holzschnitis kaum die Rede fein kann. Der 
bekannteste der damaligen Holzschneider, Elias Porzel, 
Schüler des der vorigen Periode angehörigen Endterlein, 
wurde 1662 zu Jsny in Schwaben geboren. Er begab üch 
1682 nach der Schweiz und später nach Italien, widmete sich 
jedoch erst nach seiner Zurückkunft um 1700, indem er die 
Buchdruekerei aufgab, der Holzschneidekunst, und zwarzu Nürns 
berg, wo er sie bis zu seinem Tode 1722 ausübte. Er lieferte 
Jllustrationen zu den ,,Nürnberger Prospekten0 und zu der 
Endterischen ,,BilderbibelE, worin sich ein gewisser Geschmack 
und künstlerischer Sinn offenbart. Auch die Technik ist nicht 
ohne Sorgfalt, wie denn selbst der Kreuzsehnitt mit einer ges 
wissen Leichtigkeit und nicht ohne Effekt gehandhabt ist. Unter 
den sonst noch genannten Holzschneidern dieser Zeit führen wir 
an: Kravat aus Nürnberg, Redinger in 8ürich um 1730, 
welcher unter Anderem ein Portrait von Bullinger schnitt, 
Daniel aus Danzig, ein Schüler des großen Schlüter, bei 
dem er die Bildhauerkunst lernen wollte, Ach aber dann als 
Formschneider in Augsburg niederließ, Chr. Steudner, 
Girsch, Heller, Chr. W. E. Dietrich, der berühmte Maler 
 von dem wir einen ,,f1izenden Bettlerll in 
ehiaroscur0 vom Jahre 1757 gesehen haben, Joseph Mayer 
s1763J, ferner mehrere sächßscheHolzsTht1eider, die um l740 zu 
Leipzig arbeiteten, wie die Gebrüder Brühl, und einige Berg 
liner, wie Jllinger und Leonhard Frisch, der berühmte 
Reisende, der die meisten Vögel und Insekten zu seiner ,,Natur: 
92skhikhtest geschnitten hat.  Als eins der besseren größeren 
Werke dieser Zeit ist der ,,orbis literatus germanioo eu1s0päusU 
anzuführen, welcher 1737 zu Frankfurt gedruckt wurde und 
eine große Sammlung von Siegeln deutscher Lehranstalten in 
HolzfThnitt enthält.
        

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