Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit.
Person:
Raumer, Friedrich von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-269316
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-273500
Familienverhältnisse. 
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Sonst folgte aus jener Niederlage der Christen, ungeach: 
tet der Ankunft vieler europciischen Pilger, mancher ein: 
zelne Verlust; und wenn Saladin seine Macht nicht zu an: 
deren Zwecken gebraucht hätte, so würde er im Jahre 1179 
dem Könige :Balduin schwerlich einen Waffeniiillstand be: 
willigt haben. Aber auch diese ruhige Zeit bemerkten die 
Christen nicht auf gebührende Weise: insbesondere wurden 
die Familienverhciltnisse der Herrschenden, welche ein ver: 
knüpfendes Band darbieten sollten, die Quelle schwächender 
Streitigkeiten. So verstieß Boemund llI von Antiochien 
seine Gemahlinn Theodora ohne Grund und wurde dafür 
von den Geistlichen gebannt; der wilde Rainald von Chn: 
tillon heirathete nach dem Tode seiner Gemahlinn Kon: 
stanze, die Wittwe des Kronfcldherren Humfried von To: 
rono, und dessen unfähiger Sohn erhielt durch König Bal: 
duin die Hand seiner jüngeren Schwester Jsabelle. Noch 
weit folgenreicher ward ein zweiter Mißgriff. Man hatte 
sehr richtig eingesehen daß Sibylle, die ältere Schwester 
und Erbinn des Reiches, nothwendig an einen sehr mach: 
tigen Mann müsse verheirathet werden, und in dieser Be: 
ziehung Unterhandlungen mit dem Herzoge Heinrich von 
Burgund angeknüpft. Weil dieser aber zögerte und der 
krkinkliche König bange ward, ganz in die Abhängigkeit Rai: 
munds von Tripolis und Rainalds von Chatillon zu ge: 
rathen, willigte er übereilt in die Vermcihlung Sibyllens 
mit dem Grafen Guido von Lusignan. Weder Geburt Cso 
sprachen seine GegnerJ noch Macht, noch Reiahthum, noch 
Verstand gaben diesem Anspruch auf eine sokche Begünski: 
gnug; nur körperliche Schönheit hatte ihn seiner Gemah: 
linn empfohlen I. 
ll79. 
l l80. 
1 Guido Fortuna et scientia inkerjor. Hist0k. brevjs l350. Wilh. 
TJ7ks I0I7. Frjdek. exped. asiatica 500. Otto S. B1as. c. 29. Glis; 
VII Stammbaum bei Albas. 4l1. Nach Benek1. Petkob.s443 beschlief 
GFukJ7O Sibyllen, und nun mußte der Kö31ig, obwohl sehr ungern, ein: 
wt tgen.
        

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