Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit.
Person:
Raumer, Friedrich von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-269316
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-272203
Wer 
Kaiser 
und 
Heinrich 
in 
Ctl1iavenna. 
251 
wenn er des Kaisers Freund geblieben wäre. In Wahrheit 
8t1kfOhked2U diese zur Schau gelegten äußeren Einzelheiten 
weniger, alt; die Gesammtheit der inneren Verhältnisse. So 
hOch standen jetzt die Weisen, daß sie den Hohenstaufen fast 
das Gleichgewicht hielten; und aus der Gleichheit der Kräfte 
entspringt der Wunsch nach Herrschaft, aus dem Wunsche 
der Kampf um die Oberherrschaft. Nicht Zorn über des 
Kaisers RegierungZweise Cderen etwanige Mängel Heinrich 
noch überbotJ, nicht Liebe zur Reiches, Kirchen: und Volks: 
Freiheit, bestimmten den Herzog; vielmehr wollte er keines: 
Wegs länger, als ein gehorfamer Reichssiand, seine Kräfte 
für des Kaisers Zwecke verwenden; er wollte im Gefühle 
großer Macht ein eigenthümliches, unabhängiges Leben füh: 
4ren und seine Bahnen sich selbst vorzeichnen. Der italieni: 
schen Züge war er überdrüssig; und wenn auch die Be: 
fchuldigung nicht erwiesen ist, daß er für den Abfall vom 
Kaiser lombardisches Geld genommen habe 1, so sah er doch 
dessen Schwächung in diesem Augenblicke gern, um unge: 
hindert für seine eigene Größe wirken zu können. 
Alle diese Mißverständnisse, das hoffte der Kaiser, würs 
den leicht durch ein mündliches Gespräch ausgeglichen wer: 
den, zu welchem Heinrich der Löwe in Chiavenna2 am 
Comer:See eintraf. Nachdem Friedrich dessen Entschuldik 
gungen angehört und nach Kräften widerlegt hatte, sieht er 
fort: ,,Unter allen Fürsten Deutschlands hat dich Gott durch 
Reichthum und Macht erhöht; deshalb mußt du allen übrig 
gen ein Vorbild seyn, damit das wankend gewordene Reich 
wiederum durch dich genese, so wie du es, was ich gern 
anerkenne, zeither vorzüglieh erhalten hast. Gedenke daß 
1175. 
l c0rkuptus pet:unia suasu Jokdaaj Trachses ab Impetatore de. 
Tode. Heut. a1ma1. VI, 6, 10. Baiersche Chronik, in Freibergs 
hTftorischen Schriften I, 48.  
2 Andere setzen die Zusammenkunft nach Partenkirch, nordwestlich von 
JnfprUE. Ueber einzelne Worte, Bewegungen, Stellungen u. dersIs 
MT9U sich Zweifel erheben, der ganze Eiergang aber um deswillen kei: 
neswegs läUgney,
        

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