Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Hohenstaufen und ihrer Zeit.
Person:
Raumer, Friedrich von
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-269316
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-271285
4BekehtUUS 
.Slaven. 
der 
l59 
vorzuschreiten. Anfangs besuchten jedoch nur Wenige, und t156. 
von den angesehenern Slaven nur der Fürst Pr.ibislav den 
christlichen Gottesdienst. Ja es schien als werde sich die 
Gemeinschaft zwischen Slaven und Deutschen weniger an 
kirchliche als an gesellige Feste anknüpfen, und selbst die 
Geistlichen sahen es in dieser Zeit drückenden Mangels sehr 
gern, daß sie erst von Pribislav und dann von dem edlen 
Slaven Thessemar freundlichst eingeladen wurden. Der 
Weg zu diesem Her wohnte im Innern des LandesJ ging 
vor dem Haine Prowos vorbei, wo uralte Eichen durch 
zierliches Flechtwerk so verbunden waren, daß nur zwei 
Eingänge zu der, im ganzen Lande verehrten Stätte offen 
blieben. Voll Zorn über dies Denkmal des Heidenthumes 
sprang Bischof Gerold vom Pferde, seine Begleiter folgten, 
und in gewaltigem Eifer wurde die Umfassung niedergeris: 
sen, das Gebälk der Eingänge herabgeworfen, und die heis 
ligen Bäume zu Hauf getragen und angezündet. Man 
freute sich der That, bis die Flammen hoch emporitiegen 
und die Furcht gefährlichen Ueberfalls und fchmcihlichen To: 
des erweckten; zufällig aber waren alle Slaven entfernt, 
was für ein Zeugniß unmittelbarer göttlicher Fürsorge galt. 
Thessemar rvahrscheinlich von jener That nicht unterrichtet 
oder dem christlichen Glauben heimlich geneigt, empfing den 
Bischof und die Seinen ehrenvoll, schlug ihm aber, da 
er kein Lösegeld bieten konnte, die Freilassung gefangener 
Deinen ab. 
Am nächsten Sonntage versammelte Gerold bei Lübeck 
alles Volk dieser Gegenden und sprach: ,,ftürzet die Götzen: 
bildet danieder, ehret den alleinigen Gott im Himmel, ern: 
pfanget die Taufe, laßt ab von bösen Thaten, Raub und 
Christenmordlil Von den übrigen Slaven aufgefordert, ant: 
roortete Pribislav im Namen Aller: ,,deine Worte sind Worte 
Gottes und dienen zu unserem Heiles Wie aber können wir 
freudig einen besseren Weg betreten, umstrickt durch Bande 
so vieler Uebel2 Dein ist dies Volk, dein also auch die Pflicht 
seine Klagen zu vernehmen. Mit Habsucht und unnennba:
        

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